Der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon leidet laut den behandelnden Ärzten an multiplem Organversagen. In den vergangenen zwei Tagen habe sich die Wirksamkeit mehrerer lebenswichtiger Organe zunehmend verringert, sagte der Krankenhausdirektor Seew Rotstein. Scharons Familie sei bei ihm.   

Am Mittwoch hatten Medien bereits berichtet, die Nieren des seit acht Jahren im Koma liegenden Expolitikers würden versagen und er sei an der Dialyse. Das dementierte Rotstein.

Der Krankenhauschef bezeichnete Scharons Zustand auch am Donnerstag als kritisch. Er könne aber keine Prognose über Scharons Überlebenschancen abgeben, sagte Rotstein. "Ich bin kein Prophet." Scharon sei ein robuster Mann, sagte er. "Er hat schon schlimme Zustände überlebt." 

Der 85-jährige Scharon hatte im Januar 2006 einen Schlaganfall erlitten und liegt seitdem im Koma. Im September setzten ihm Ärzte bei einer Routineoperation einen neuen Schlauch zur künstlichen Ernährung ein. Er kann nicht schlucken und wird deshalb künstlich ernährt. Zudem ist er an Beatmungsgeräte angeschlossen. Laut Rotstein hatte er mehrere Infektionen erlitten, die seinen Zustand noch weiter verschlechterten.

Scharon war von 2001 an fünf Jahre lang Israels Ministerpräsident gewesen. Der in Israel als Kriegsheld verehrte Politiker hatte 2005 den einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen durchgesetzt. Nach Streit mit den alten Weggefährten verließ Scharon den 1973 von ihm mitbegründeten rechtsorientierten Likud-Block und gründete im November 2005 die Partei der Mitte Kadima.