Durch ein Fährunglück im Südsudan sind mehr als 200 Menschen ertrunken. Sie waren auf der Flucht vor den Kämpfen in der Stadt Malakal. Die Fähre sei auf dem Weißen Nil verunglückt, unter den 200 bis 300 Opfern seien viele Frauen und Kinder, sagte der Militärsprecher Philip Aguer. Das Schiff sei überfüllt gewesen. Hoffnung auf Überlebende gebe es kaum, sagte Aguer: "Es sind alle ertrunken."

Malakal ist die Hauptstadt des nördlichen südsudanesischen Staates Upper Nile. Aus der Stadt wurden heftige Gefechte gemeldet. Rebellen haben versucht, Malakal unter ihre Kontrolle zu bringen.

In dem erst Mitte 2011 gegründeten Südsudan war Mitte Dezember ein seit Langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar eskaliert. Die Rivalen gehören den verfeindeten Volksgruppen der Dinka und der Nuer an.

Fünf von zehn Bundesstaaten sind von der Gewalt betroffen. Bei den Kämpfen wurden bereits Tausende Menschen getötet. Etwa 230.000 Südsudanesen haben nach Angaben der Vereinten Nationen vor der Gewalt die Flucht ergriffen.