Ein gewaltiges Feuer hat in der Nacht die historische Stadt Dukezong in der an Tibet angrenzenden chinesischen Provinz Yunnan nahezu völlig zerstört. Mehr als 100 der traditionellen Holzhäuser seien abgebrannt, berichteten amtliche chinesische Medien. Insgesamt waren etwa 2.000 Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und freiwillige Helfer im Einsatz. Erst nach etwa zehn Stunden gelang es ihnen, das Feuer zu kontrollieren.

Das Feuer sei gegen 1.30 Uhr in dem Ort ausgebrochen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Ursache für den Brand sei noch unklar.

Auf Fotos waren mehr als zehn Meter hohe Flammen zu sehen. Die Bewohner hätten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können, es gebe keine Angaben über Tote oder Verletzte, hieß es in dem Xinhua-Bericht. 

Dukezong bedeutet "Mondstadt". Die Siedlung wurde vor etwa 1.300 Jahren gegründet und entwickelte sich damals zu einer wichtigen Etappe an der südlichen Route der Seidenstraße. In jüngster Zeit war die Stadt bei Touristen sehr beliebt, vor allem für ihre gut erhaltenen historischen Straßen, Bauten und die tibetische Kultur.

Es ist bereits der zweite Großbrand in einer von tibetischer Kultur geprägten Kultstätte binnen weniger Tage. Erst am Freitag war in der benachbarten Provinz Sichuan ein Feuer im buddhistischen Serthar-Institut ausgebrochen und hatte schwere Schäden verursacht. Auch hier waren die meisten Häuser aus Holz.