Aktivisten haben während ihrer Proteste gegen den Akademikerball der rechten FPÖ in Wien nach Polizeiangaben Sachschäden in Höhe von mehr als einer Million Euro verursacht. Elf Polizeiautos seien demnach zerstört und alle Scheiben einer Polizeiwache eingeschlagen worden.

In der Wiener Innenstadt seien zudem die Fenster mehrerer Läden zerstört worden. 15 Menschen seien festgenommen und 20 verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Gewalt wurde auch von Gegnern der FPÖ-Veranstaltung kritisiert. Es sei gut, dass "es sehr viele Menschen als Provokation und Schande empfinden, wenn eine von Rechtsextremen zur Vernetzung benutzte Ballveranstaltung in den Räumen der Republik stattfindet", sagte der Sprecher der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch, Alexander Pollak. "Aber niemand hat das Recht, diesen Umstand für Randale zu missbrauchen."

Mehr als 5.000 Demonstranten hatten am Freitagabend gegen den Ball protestiert. Auch aus Deutschland waren Demonstranten angereist. Die Polizei hatte ein großräumiges Versammlungs- und Vermummungsverbot ausgesprochen, um Ausschreitungen wie im vergangenen Jahr zu verhindern. 2.000 Polizisten schützten die Veranstaltung.

Die eingerichtete Sperrzone war größer als 2006 während des Wien-Besuchs des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Selbst Journalisten durften am Freitag nur eingeschränkt in die Nähe der Hofburg, in der der Ball stattfand.

Der Akademikerball ist die Folgeveranstaltung des Balls der Burschenschaften. Dieser durfte nicht mehr in der Hofburg stattfinden. Der FPÖ, der drittgrößten Partei Österreichs, könne es nicht verboten werden, die Hofburg für Veranstaltungen zu nutzen, hieß es im Vorfeld.