Vor der marokkanischen Küste sind mindestens sieben Flüchtlinge ertrunken. Nach Angaben der spanischen Polizei waren sie auf der Flucht vor der marokkanischen Gendarmerie ins Meer gesprungen und hatten versucht, die spanische Maghreb-Exklave Ceuta schwimmend zu erreichen. Augenzeugen sprachen nach spanischen Medienberichten von zehn Toten. Ein Vertreter der unabhängigen marokkanischen Menschenrechtsorganisation AMDH gab die Zahl der Toten mit acht an.

Wie viele Flüchtlinge insgesamt versucht haben, Ceuta zu erreichen, ist noch unklar. Von marokkanischer Seite hieß es, insgesamt  hätten "etwa 200 illegale Einwanderer" versucht, die Exklave zu erreichen. 13 von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Präfektur von Ceuta sprach unterdessen von rund 400 Flüchtlingen, die versucht hätten, Ceuta über den Grenzübergang El Tarajal zu stürmen. Daraufhin hätten marokkanische Einsatzkräfte eingegriffen. Der Präfekt sagte, die Opfer seien durch Ertrinken und nicht durch Gewalteinwirkung der Einsatzkräfte zu Tode gekommen. 

Ein Sprecher der spanischen Hilfsorganisation für Flüchtlinge, Red Acoge, sagte, die Todesfälle zeigten, dass Spanien keine Lösung für das Problem des Zustroms von Zuwanderern habe.

Beinahe täglich versuchen Flüchtlinge aus Afrika, über Marokko nach Spanien zu gelangen. Dabei riskieren sie entweder die Überfahrt durch die Straße von Gibraltar oder sie versuchen, die Grenze zu den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta zu überwinden. Dort verläuft die einzige Festlandgrenze der Europäischen Union mit dem afrikanischen Kontinent.

Über 1.000 Flüchtlinge auf dem Weg gen Sizilien

Auch vor Sizilien haben in den letzten 24 Stunden mehr als 1.100 Flüchtlinge versucht, europäisches Festland zu erreichen. Sie waren auf insgesamt neun Booten von Nordafrika aus aufgebrochen, um europäische Gewässer zu erreichen, teilte die italienische Marine mit. Alle 1.123 Flüchtlinge wurden in der Nacht auf ein Schiff gebracht, das sie bis Freitag in die ostsizilianische Hafenstadt Augusta bringen soll.