In Merseburg häufen sich rassistische Angriffe: Bereits zum dritten Mal in dieser Woche griffen Rechtsextreme aus Afrika stammende Männer an. Beim vorerst letzten Vorfall auf der Straße – direkt vor dem Büro des Grünen-Politikers Sebastian Striegel – beleidigten drei Frauen und sechs Männer einen Mann mit fremdenfeindlichen Sprüchen, wie die Polizei in Halle mitteilte.  

In der folgenden Auseinandersetzung zog ein Beteiligter demnach ein Messer und zeigte den Hitlergruß. Alarmierte Polizisten nahmen die Gruppe fest, ein Beamter erlitt leichte Verletzungen. 

In Striegels Büro fand gerade ein Planungstreffen für eine Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit am Samstag statt, wie der Landtagsabgeordnete der Mitteldeutschen Zeitung sagte.

Erst am vergangenen Donnerstag hatten Unbekannte einen 23-Jährigen aus Somalia verprügelt und beschimpft. Die Täter schlugen ihr Opfer am Bahnhof der Stadt und stießen es zu Boden. Erst als Passanten eingriffen, ließen sie von dem Mann ab und flüchteten. Der Somalier musste ins Krankenhaus. Die Polizei sucht die Täter. Eine Sonderkommission ist eingerichtet.

Schon am Montag war in der Stadt ein 22-Jähriger aus Algerien überfallen worden.

Die Suche nach den Tätern vom Bahnhof ist laut einem Bericht der Zeitung dadurch erschwert, dass die Bahn die Bilder der Videoüberwachung nicht speichert. Die Bundespolizei äußerte sich verärgert, wie ein Sprecher verdeutlichte. Man sei aber machtlos, weil allein die Bahn entscheide, ob sie speichere oder nicht.