Nach dem Ausbruch des Vulkans Kelud auf der indonesischen Insel Java haben die Behörden Hunderttausende Menschen zum Verlassen ihrer Dörfer aufgefordert. Die Behörden riefen eine Evakuierungszone von zehn Kilometern rings um den Vulkan aus und forderten Einwohner von 36 Dörfern auf, ihre Heimatorte zu verlassen. Betroffen seien rund 200.000 Menschen, sagte ein Sprecher des nationalen Katastrophenzentrums. 

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie aus dem Kelud heiße Asche und Steine hoch in die Luft geschleudert wurden. Ein Teil davon ging auf nahegelegene Dörfer nieder. Einwohner flohen in Panik aus dem Gebiet. 

Auf Java wurden auch die drei internationalen Flughäfen bis auf Weiteres geschlossen. "Die Vulkanasche bedeckt die Flughäfen, es ist für Flüge zu gefährlich", sagte ein Sprecher des Transportministeriums in Jakarta. Durch die Asche sei bereits die Sicht in den Städten Yogyakarta, Surabaya und Solo erheblich eingeschränkt.

Der Kelud gilt als einer der gefährlichsten Vulkane auf Java. Seit dem Jahr 1500 wurden durch seine Eruptionen Aufzeichnungen zufolge rund 15.000 Menschen getötet, davon etwa 10.000 bei einem Ausbruch im Jahr 1568.

Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten aufeinanderstoßen. Diese sind ständig in Bewegung und lösen damit immer wieder Erdbeben oder Vulkanausbrüche aus. In Indonesien gibt es fast 130 aktive Vulkane – so viele wie in keinem anderen Land der Welt.