Nach einem Erdrutsch im US-Bundesstaat Washington werden mittlerweile 108 Menschen vermisst. Mindestens acht Menschen starben durch die Schlammlawine, teilte ein Vertreter der Katastrophenschutzbehörde mit. Zuvor war von 18 Vermissten die Rede gewesen.

Nach wochenlangen schweren Regenfällen hatte sich die riesige Lawine am Samstag etwa 90 Kilometer nördlich der Stadt Seattle von einem Berg gelöst und war über den Ort Oso gerollt. Die Masse aus Schlamm, Schutt, Felsen und Bäumen war auf einer Breite von mehr als 40 Metern gut 1,6 Kilometer ins Tal gerutscht. Sie riss Häuser mit sich und traf auf einen Highway. Einige Bereiche wurden bis zu 18 Meter tief verschüttet.

"Es hörte sich wie ein Güterzug an", sagte ein Anwohner. "Totale Zerstörung. Es ist unglaublich", beschrieb der örtliche Sheriff die Szenerie am Unglücksort. Der Feuerwehrchef des Countys sagte, die Vermissten hätten sich in Siedlungen direkt auf dem Kurs der Schlammlawine befunden. Die Erdmassen seien instabil und ähnelten mitunter Treibsand, was die Suche der Helfer erschwere.

Die Suche soll fortgesetzt werden. Inzwischen seien aber keine Hilferufe mehr aus den Trümmern zu hören. Die Einwohner der Umgebung wurden vor weiteren Erdrutschen gewarnt.