Im Fall der verschollenen Passagiermaschine in Südostasien haben zahlreiche Flugzeuge am frühen Montagmorgen die Suche nach dem Flieger fortgesetzt. Das Suchgebiet ist Hunderte Quadratkilometer groß. Die Suche konzentriert sich auf ein im Meer entdecktes Objekt, das womöglich ein Wrackteil sein könnte. Das Objekt war am Sonntag von vietnamesischen Aufklärern entdeckt worden.

Die Suche nach dem Objekt, das wie eine Flugzeugtür ausgesehen haben soll, sei bisher erfolglos geblieben, sagte der Direktor der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, am Montag in Kuala Lumpur. "Wir haben nichts finden können, das so aussieht, als wenn es ein Teil des Flugzeugs wäre," sagte Rahman. Von den Ölspuren, die entdeckt worden seien, seien Proben genommen und ins Labor gebracht worden.

Rahman versicherte, dass kein unbegleitetes Gepäck an Bord gewesen sei. Die Ermittlungen konzentrieren sich inzwischen auf zwei Männer, die mit gestohlenen europäischen Pässen in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur in die Malaysia-Airlines-Boeing 777-200 gestiegen sein sollen. Die Männer hatten die Tickets zusammen gekauft, und wollten nach den Ermittlungen von Peking nach Amsterdam weiterfliegen. Laut der Polizeiorganisation Interpol waren der italienische und der österreichische Pass in ihrer Datenbank als gestohlen gemeldet. Beide Pässe waren den Besitzern 2012 und 2013 in Thailand geklaut worden.

Nach Angaben des malaysischen Innenministers Datuk Seri Zahid Hamidi hatten die Männer "asiatische Gesichtszüge". Wie die Nachrichtenagentur Bernama berichtete, zeigte sich Hamidi verwundert, dass den Passbeamten nichts verdächtig vorgekommen sei, da beide europäische Namen hatten. Ihre Pässe waren nicht über die Polizeiorganisation Interpol überprüft worden.

Transportminister Hishammuddin Hussein sagte am Sonntag, dass die Behörden im Besitz von Videos sind, die die Verdächtigen zeigen. "Ich kann bestätigen, dass wir Material von Überwachungskameras (über die beiden) haben", sagte der Minister. Geheimdienste prüfen nun, ob die Männer auf Terrorlisten zu finden sind.  

China schickt Experten nach Kuala Lumpur

Chinas Regierung hat eine Arbeitsgruppe nach Kuala Lumpur entsendet. Die Experten des Außen-, Polizei- und Transportministeriums sowie der Luftverkehrsbehörde sollen Angehörige betreuen und den Untersuchungen helfen. 154 der 239 Passagiere waren chinesische Staatsbürger.

Unterdessen wird weiter über den Verbleib der Maschine des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 gerätselt. Die Maschine war am frühen Samstagmorgen von den Radarschirmen verschwunden. Sie war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Ersten Hinweisen zufolge könnte das Flugzeug mitten im Flug zerrissen worden sein. "Dass wir bislang keine Trümmerteile finden konnten, deutet darauf hin, dass die Maschine wahrscheinlich in 35.000 Fuß (etwa 10.500 Meter) Höhe auseinandergebrochen ist", sagte ein ranghoher Offizieller, der an den Untersuchungen in Malaysia beteiligt ist. Wäre das Flugzeug intakt auf das Wasser aufgeschlagen, hätte es größere Trümmerteile auf engem Raum geben müssen, erklärte er. Über eine Explosion an Bord oder einen mechanischen Defekt kann momentan nur spekuliert werden.

Ermittlungen gehen "in alle Richtungen"

Auf einen möglichen terroristischen Hintergrund oder Flugzeugentführung angesprochen, sagte Direktor Rahman am Morgen, dass die Ermittlungen "in alle Richtungen" gehen. Wenn ein Flugzeug auf diese Weise verschwinde, gebe es viele Spekulationen von Experten. "Wir rätseln genauso", sagte Rahman. "Um zu bestätigen, was wirklich passiert ist, brauchen wir klare und konkrete Beweise oder Teile des Flugzeugs."