Bei den Angehörigen der 239 Passagiere an Bord der spurlos verschwundenen malaysischen Maschine wächst der Ärger über die ermittelnden Behörden. 153 Passagiere sind Chinesen. Ihre Freunde und Angehörigen warten in einem Hotel in Peking auf Nachricht über das Schicksal des verschwundenen Flugzeugs. Doch vermeintliche Fahndungserfolge und Spuren hatten sich in den vergangenen Tagen allesamt als Fehlinformationen und falsche Fährten erwiesen.

Das chinesische Außenministerium kritisierte die widersprüchlichen Angaben über das seit Samstag vermisste Flugzeug. Es habe seit dem Verschwinden der Boeing sehr viele Informationen gegeben und es sei ziemlich chaotisch, sagte ein Ministeriumssprecher auf die Frage, ob das Flugzeug viel weiter als bislang vermutet von seiner Route abgekommen sein könnte, nämlich bis zur Straße von Malakka. 

Der malaysische Verkehrsminister Hischammuddin Hussein verteidigte das Vorgehen der Behörden: Es gebe keinerlei Verwirrung bei der beispiellosen Suche nach der Maschine, sagte er vor Journalisten in Kuala Lumpur. Es gebe nur "Durcheinander, wenn man Durcheinander sehen will".

"In Ordnung, gute Nacht"

Angeblich war der letzte Funkspruch aus dem Cockpit des vermissten Flugzeugs: "In Ordnung, gute Nacht." Dann verschwand die Boeing 777-200 von Malaysia Airlines. Zunächst wurde im Südchinesischen Meer zwischen Malaysia und Vietnam nach der Maschine gesucht. Inzwischen wurde die Suche in die südliche Andamanensee nördlich der indonesischen Insel Sumatra ausgeweitet. Die Helfer konzentrierten sich nun auf "ein sehr großes Gebiet" vor der Westküste Thailands, sagte der Chef der malaysischen Luftfahrtbehörde, Asharuddin Abdul Rahman. Das Meeresgebiet liegt Hunderte Kilometer nordwestlich der ursprünglichen Suchregion.

An der Suchaktion an Land, zu Wasser und in der Luft sind etwa zehn Staaten mit insgesamt mehr als 40 Schiffen und 35 Flugzeugen beteiligt. China hat angekündigt, dass es auch zehn Satelliten einsetzen will.

Radarbilder liefern keine weiteren Erkenntnisse

Immer noch unklar ist auch, ob das Flugzeug ein letztes Mal über der nördlichen Straße von Malakka auf dem Radar gesehen wurde. Zunächst hatte der malaysische Luftwaffenchef Rodzali Daud einen entsprechenden Medienbericht dementiert. Später relativierte er: Es habe ein Signal gegeben. Es sei aber nicht sicher, ob es von der vermissten Boeing kam.

Sollte es sich bei der Maschine auf dem Militärradar um die vermisste Boeing 777-200 gehandelt haben, wäre sie in einem Luftraum mit hohem Verkehrsaufkommen unerkannt mindestens 20 Minuten unterwegs gewesen. Rätselhaft wäre, wieso sich die Piloten nicht meldeten und wieso die Bordcomputer nicht wie üblich automatisch Daten an die Bodenkontrolle sendeten.

Thailand und Indonesien, die ebenfalls an der Straße von Malakka liegen, teilten mit, ihre Flugsicherungen hätten keine außergewöhnlichen Flugbewegungen zu dem Zeitpunkt in der Region beobachtet. Die vietnamesische Regierung schickte zwei Flugzeuge und neun Suchschiffe in das Gebiet, sagte der stellvertretende Generalstabschef Vo Van Tuan.

Verschwörungstheorien verdächtigen Ermittler

Der Grund für das Verschwinden der Maschine ist weiterhin völlig unklar. Die Behörden schließen einen Anschlag oder eine Entführung ebenso wenig aus wie technisches Versagen. Die Polizei prüft zudem, ob sich unter den Passagieren Menschen mit psychischen Problemen befunden haben könnten.

In sozialen Medien kursieren auch Gerüchte, die malaysischen Behörden verschleierten womöglich etwas. Dieser Verdacht wuchs nach einem australischen Medienbericht, wonach der Co-Pilot des vermissten Fliegers 2011 gegen Sicherheitsregeln verstoßen haben soll. Malaysian Airlines äußerte sich am Dienstag "schockiert" zu dem Bericht, dass Farik Abdul Hamid damals zwei junge Südafrikanerinnen während eines Flug ins Cockpit gelassen haben soll. Besuche von Passagieren im Cockpit sind seit den Anschlägen vom 11. September 2001 verboten.