In Anwesenheit lokaler Verantwortlicher hat die Berliner Stadtreinigung das provisorische Flüchtlingslager auf dem Oranienplatz im Stadtteil Kreuzberg beseitigt. Flüchtlinge halfen beim Abbau der Hütten, ein Bagger schob die Reste zusammen. Mitarbeiter der Stadtreinigung verluden Zeltplanen, Bretter, Mobiliar und Matratzen zum Abtransport auf Lkw.  

Der Polizeipräsident der Stadt war vor Ort, ebenso Integrationssenatorin Dilek Kolat. Zwischenfälle gab es keine. Camp-Bewohner schickten lediglich einen Flüchtling vom Platz, der sich offenbar gegen die vereinbarte Räumung ausgesprochen hatte, wie Reporter der Morgenpost berichteten.     

Ein Teil der Einrichtungsgegenstände soll mit in die neue Unterkunft fahren – ein früheres Hostel im selben Stadtbezirk.

Die Räumung hatte die Stadt mit großen Teilen der protestierenden Flüchtlinge vereinbart. Im Gegenzug für die Aufgabe des Protestcamps sollen sie Unterstützung bei ihren Asylverfahren und einen vorläufigen Abschiebeschutz erhalten. Der Senat hat eine Einzelfallprüfung zugesichert.

Die Flüchtlinge hatten den Platz im Oktober 2012 besetzt, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Weitere besetzten zudem eine Schule. Einige der Flüchtlinge kamen aus anderen Teilen Deutschlands, die sie wegen der umstrittenen Residenzpflicht eigentlich nicht verlassen durften. Insgesamt sind knapp 500 Flüchtlinge von der Räumung und dem Umzug betroffen.   

Der Stadtbezirk will den geräumten Platz nun wieder in seinen ursprünglichen Zustand als Gartenbaudenkmal herrichten.