Der Sänger Heino wehrt sich mit einer Strafanzeige gegen Nazi-Vorwürfe des Popstars Jan Delay. Heinos Rechtsanwalt habe Anzeige wegen des Verdachtes der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt, sagte sein Manager Jan Mewes. Jan Delay, der mit Hammer & Michel auf Platz eins der deutschen Album-Charts steht, wollte auf Anfrage der dpa keine Stellungnahme abgeben.

In einem Interview der österreichischen Zeitung Die Presse hatte sich Delay zu den Interpretationen verschiedener Rock- und Popsongs geäußert, die der 75-jährige Heino 2013 veröffentlicht hat. "Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden", sagte der Hamburger Musiker.

Heinos Album Mit freundlichen Grüßen (Untertitel Das verbotene Album) beinhaltet zwölf Coverversionen bekannter deutscher Pop-, Hip-Hop- und Rocklieder. Der 75-Jährige interpretierte unter anderem Songs von Peter Fox, Marius Müller-Westernhagen, Sportfreunde Stiller, Rammstein und Die Ärzte.

In dem Interview sagte Delay weiter, Heino habe "in Südafrika während der Apartheid im Sun City gesungen. Und sein Repertoire: Schwarzbraun ist die Haselnuss, Soldatenlieder... Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt". Es sei "wirklich schlimm" gewesen, als Heino im vergangenen Jahr den Song Liebes Lied seiner früheren Band Absolute Beginner interpretiert habe. "Wir haben extra nichts gesagt, weil wir ihm kein Forum geben wollten", sagte Delay.

Heino war in den Jahren 1983 und 1986 im wegen seines Apartheidregimes isolierten Südafrika aufgetreten. Kritisiert wurde er zudem, als er 1977 auf einer Schallplatte alle drei Strophen des Deutschlandliedes gesungen hatte. Noch im Jahr 2001 sagte Heino in einem Interview der Frankfurter Rundschau, er sehe darin kein Unrecht. Zugleich äußerte er aber seine Ablehnung gegen Rechtsextreme: "Ich hasse braune Glatzen."

Heino verlangt Unterlassungserklärung und Entschädigung

Heino wird in der Bild-Zeitung mit den Worten zitiert: "Ich bin in meinem Leben ja schon viel beschimpft und beleidigt worden, aber was sich dieser Herr herausnimmt, ist eine Unverschämtheit."

Sein Rechtsanwalt Ulrich Poser sagte der dpa: "Jemanden als Nazi zu bezeichnen, ist die gravierendste Ehrverletzung, die man sich in Deutschland vorstellen kann." Daher fordere er für seinen Mandanten eine Entschädigung und die Abgabe einer Unterlassungserklärung: "Heino wird an der Sache keinen Cent verdienen, sondern alles gemeinnützigen Einrichtungen überlassen."