Vor der Küste Südkoreas koordiniert ein Krisenteam die Arbeit der Rettungskräfte an der gesunkenen Fähre Sewol. Taucher begannen, in oberflächennah gelegenen Bereichen nach Vermissten zu suchen. Am Donnerstag sollten sie in tiefere Bereiche vordringen, berichtete der Korea Herald

Navy und Küstenwache arbeiten mittlerweile eng zusammen. Die Navy schickte Schiffe und zwei Helikopter, die Luftwaffe entsandte Flugzeuge. Auch das US-amerikanische Schiff Bonhomme Richard ist beteiligt. 

Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye hielt die Rettungskräfte zu koordiniertem Handeln an. Es müsse vermieden werden, dass neue Opfer hinzukommen, sagte sie. Zudem dürfe niemand im Schiff zurückgelassen werden. 

Laut offizieller Angaben werden noch etwa 290 Passagiere vermisst. Zunächst war von etwa 100 Vermissten die Rede, diese Schätzung sei aber fehlerhaft gewesen, meldete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Mindestens zwei Menschen kamen bisher ums Leben, ein Besatzungsmitglied und ein Schüler. Ein drittes Opfer sei noch nicht identifiziert, hieß es. Helfer konnten laut offizieller Angaben 164 Menschen in Sicherheit bringen. Der Vizeminister für Sicherheit und öffentliche Verwaltung, Lee Gyeong Og, hatte seine ursprüngliche Angabe von 368 Geretteten später korrigiert.   

Das Schiff Sewol war am Mittwochmorgen auf dem Weg von der westlichen Hafenstadt Incheon zur südlichen Insel Jeju gewesen, an Bord ersten Angaben nach 477 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die Regierung korrigierte die Zahl später auf 159, das Fährunternehmen dann auf 462, wie der Korea Herald berichtete.

Die meisten Passagiere der Fähre waren Schüler und Lehrer, die einen Ausflug zur Insel Jeju machten. Jeju ist etwa 20 Kilometer von der südkoreanischen Küste entfernt.

Das Schiff hatte Schlagseite bekommen. Die Crew setzte daraufhin einen Notruf ab, kurz darauf begann das Schiff zu sinken. Passagiere wurden mit Schwimmwesten ausgestattet und angehalten, über Bord in das kalte Wasser zu springen. Ein geretteter Passagier sagte dem Fernsehsender YTN, er habe vor dem Sinken einen Aufprall und ein lautes Geräusch vernommen. 

Der Kapitän der Fähre fuhr Berichten zufolge seit acht Jahren auf der Route. Er soll 69 Jahre alt und seit 2006 bei dem Unternehmen tätig sein.

Die See ist am Unglücksort Berichten zufolge etwa 45 Meter tief. Das etwa zwölf Grad kalte Wasser war nach Angaben eines Retters vor Ort ruhig. In der Region herrschte dichter Nebel. Zahlreiche Fährverbindungen waren deshalb gestrichen worden.

Die Fähre Sewol ist für etwa 900 Menschen zugelassen, 146 Meter lang und lief 1994 in Japan vom Stapel.