Der Anteil der Kinder von Alleinerziehenden, die vom Staat alimentiert werden, steigt: 2005 habe der Anteil bei 3,42 Prozent aller Kinder gelegen, 2012 dann bei 3,8 Prozent, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Erfasst werden Kinder, die bei einem allein erziehenden Elternteil aufwachsen und nach dem Unterhaltsvorschussgesetz Anspruch auf eine staatliche Sozialleistung haben. Dies ist immer dann der Fall, wenn der andere Partner den Unterhalt nicht zahlt oder zahlen kann. In der Regel sind es Väter, die keinen Unterhalt zahlen wollen oder können. Neun von zehn Alleinerziehenden waren im Jahre 2009 nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes Frauen.

Der Anteil von bundesweit 3,8 Prozent Kindern, die im Jahr 2012 von staatlichen Unterhaltsleistungen lebten, entsprach einer Gesamtzahl von 487.000. Besonders hoch war die Quote in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 7,9 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten die Länder Baden-Württemberg mit 2,0 Prozent, Bayern mit 2,2 und Hessen mit 3,1 Prozent.

Kinder erhalten nur bis zum 12. Lebensjahr Unterhaltsvorschüsse durch den Staat. Diese Altersgrenze wird kritisiert, da nach dem 12. Lebensjahr das Armutsrisiko für Kinder von Alleinerziehenden steigt. Laut den Angaben der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage würde eine Anhebung der Altersgrenze mindestens 230 Millionen Euro kosten.