In Hamburg halten die Menschen am stärksten zusammen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Gefolgt wird die Hansestadt von Baden-Württemberg und Bayern. Auch im Saarland, in Niedersachsen und Bremen ist der Gemeinsinn groß. Die ostdeutschen Bundesländer liegen auf den letzten Plätzen. 

Grund für das Ergebnis ist nach Angaben der Autoren des Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt der Wohlstand und die gesellschaftliche Struktur der Region. "Je höher das Bruttoinlandsprodukt eines Bundeslandes, je niedriger das Armutsrisiko, je urbaner das Wohnumfeld und je jünger die Bevölkerung, desto höher der Zusammenhalt", sagt Kai Unzicker, einer der Autoren von der Jacobs University in Bremen.

Die Kennzeichen einer Gesellschaft, die zusammenhält, sind laut der Studie "belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit ihrer Mitglieder mit dem Gemeinwesen und eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung". Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler Befragungsstudien und amtliche Statistiken für die Jahre 1990 bis 2012 aus. 

Insgesamt sehen die Sozialforscher einen wachsenden gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Diese Entwicklung vollziehe sich in den neuen Bundesländern aber deutlich langsamer als in den alten Ländern. Der Zusammenhalt hat sich demnach seit 1990 auch im Osten verbessert – der Abstand zu den westdeutschen Ländern wachse aber, heißt es in dem Bericht. Das "relativ geringe Vertrauen der Ostdeutschen in ihre Mitmenschen" sei typisch für ehemals sozialistische Länder, "in denen zuvor eher Kontrolle das gesellschaftliche Klima bestimmt hatte".