Bei einem Bootsunglück vor der libyschen Küste sind mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 40 weitere Flüchtlinge würden nach dem Unglück vermisst, sagte ein Sprecher der libyschen Marine. Das Flüchtlingsboot sei etwa vier Kilometer vor der Küste gesunken. 52 Flüchtlinge seien gerettet worden.

Nach Berichten von Überlebenden seien 130 Flüchtlinge aus Mali, Senegal, Gambia, Kamerun, Burkina Faso und anderen westafrikanischen Ländern an Bord des Schiffs gewesen, sagte der Marinesprecher. Kurz nach der Abfahrt vom Strand von Garabulli sei der Bootsrumpf gebrochen.

Mindestens 13 weitere afrikanische Migranten kamen bei dem Versuch ums Leben, über die Sahara nach Algerien zu gelangen. Die vermutlich aus Niger stammenden Menschen seien in der Wüste verdurstet und verhungert, berichteten algerische Medien. Zu der Gruppe, die vor allem aus Frauen und Kindern bestanden haben soll, gehörten nach Informationen der Zeitung El Watan noch 33 weitere Menschen. Für sie gebe es kaum noch Hoffnung. 

Aus Niger versuchen immer wieder Menschen, nach Algerien oder Europa zu gelangen. Oft handelt es sich um Flüchtlinge aus Nigeria oder Mali. Erst im Oktober waren im Norden Nigers die Leichen von 92 Migranten gefunden worden, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Ihr Fahrzeug war in der Wüste liegen geblieben.   

Auch Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara in Richtung Europa. An den Küsten steigen sie in häufig überfüllte und kaum seetüchtige Boote, um die Überfahrt über das Mittelmeer nach Malta oder zur italienischen Insel Lampedusa zu wagen. 

Jedes Jahr sterben Hunderte Flüchtlinge bei Unglücken auf dem Mittelmeer. Wegen des milden Wetters und der chaotischen Lage in Libyen stieg die Zahl der Flüchtlinge in diesem Frühling stark an. Der libysche Übergangsinnenminister Saleh Mazek warnte, sein Land werde illegalen Einwanderern den Transit nach Europa "erleichtern", sollte die EU Libyen nicht im Umgang mit dem Flüchtlingsansturm unterstützen.