Weniger als eine Stunde vor dem angesetzten Vollstreckungstermin hat das oberste US-Gericht in Washington die Hinrichtung eines verurteilten Mörders ausgesetzt. Die Richter wollten den Fall im Verlauf des Tages genauer prüfen, berichtete der Sender NBC.

Zuvor hatte ein Richter im Bundesstaat Missouri die Exekution bereits einmal gestoppt, diese Entscheidung kassierte aber nur wenige Stunden später ein Berufungsgericht. Die Hinrichtung sollte eine Minute nach Mitternacht stattfinden. 

Der Verurteilte hatte einen Mann vor den Augen seiner Kinder getötet, seine Ex-Freundin entführt und vergewaltigt sowie einen Polizisten getötet.   

Der Todeskandidat hatte sich juristisch gegen die Verabreichung der Giftspritze gewehrt, weil sie bei ihm einen qualvollen Todeskampf auslösen könne.  Nach Angaben seiner Anwälte muss Bucklew wegen einer angeborenen Krankheit eine Hirnblutung und extrem starke Schmerzen fürchten. Eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung sei per US-Verfassung aber verboten.

Das Bundesgericht hatte entschieden, der Staat müsse beweisen, dass der Häftling im Unrecht sei. Die Richter kritisierten außerdem die Geheimhaltung der Giftmischungen für Exekutionen.

Hintergrund ist eine Panne bei einer Exekution in Oklahoma. In dem Bundesstaat war eine Exekution Ende April nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Der Mann starb erst nach 43 Minuten an einem Herzinfarkt und musste starke Schmerzen erleiden. 

Die US-Behörden haben Nachschubprobleme bei erprobten Mitteln für die Giftspritzen, da europäischen Hersteller mittlerweile ihre Lieferungen verweigern. Mehrere Staaten probierten daher neue und unerprobte Mischungen aus. Teilweise stammen sie von Herstellern, die nicht im ganzen Land zertifiziert sind.

Die Unterstützung für die Todesstrafe ist in den USA allerdings immer noch sehr hoch. Sollten Giftinjektionen nicht mehr möglich sein, befürworten viele Amerikaner Alternativen wie Gaskammern oder den Elektrischen Stuhl.