Jeder muss ein Jahr ins Ausland!

Erasmus ist toll. Ich möchte, dass es verpflichtend wird für alle jungen Europäer: ein Jahr im Ausland, am Ende des Studiums oder der Ausbildung.

2007 bin ich aus Spanien nach Berlin gezogen. Ich bin europäischer Langzeitmigrant. Und als solcher habe ich das Gefühl, dass wir Europäer uns noch immer zu wenig in die Lage der jeweils anderen versetzen können. Es herrschen noch immer Entfremdung und Klischees: Der Süden hält die Nordländer für gefühllos und egoistisch, weil sie streng mit ihren Nachbarn sind und ihre eigene wirtschaftliche Überlegenheit ausnutzen. Der Norden nimmt den Süden als verschwenderischen und kapriziösen Bruder wahr, der das Erbe der Familie in nächtlichen Ausschweifungen verprasst.

Was wäre aber beispielsweise, wenn Thilo Sarrazin ein Jahr in Spanien oder Italien gelebt hätte? Vielleicht würde er dann besser verstehen: Dass, wenn man seine Heimat verlässt, um eine bessere Zukunft zu finden, immer ein Teil der eigenen Identität zurückbleibt. Vielleicht würde er dann verstehen, dass Migranten, die versuchen, diese Identität in ihrer neuen Heimat zu bewahren, nur etwas von dem schützen wollen, was sie wirklich ausmacht. Wir müssen uns kennen, um wirklich zusammenzugehören.

Diego Ruiz de Arbol, 34 Jahre, arbeitet als IT-Ingenieur in Berlin.

Tempo 30 in allen Städten und Dörfern!

Europa-Idee - Tempo 30 in Europas Städten und Dörfern

Aufrüsten gegen Russlands Propagandamaschine!

350 Millionen Dollar gibt Russland jährlich allein für seinen Auslandssender RT (ehemals Russia Today) aus, um seine Deutung der Weltgeschehnisse zu verbreiten. Dem muss Europa etwas entgegensetzen. Es muss Geld in die Hand nehmen, um unabhängige Medien in Russland, der Ukraine, Moldau, Aserbaidschan und vielen anderen Ländern in Osteuropa zu stärken. Nur mit solcher Unterstützung haben diese Gesellschaften eine Chance im Medienkrieg, den der neue Zar Putin begonnen hat.

Emin Milli ist ein aserbaidschanischer Blogger. Wegen Kritik an der Regierung saß er für mehrere Monate im Gefängnis.

Schluss mit der Abschottung nach außen!

Europa-Idee - Faire Chancen für Nicht-Europäer

Schafft neue Kleinstaaten!

Europa hat in den vergangenen 150 Jahren Staaten und Imperien zerfallen sehen, neue kleine Staaten sind entstanden, Irland und Slowenien, beispielsweise. Trotzdem wurden einige Staaten zurückgelassen, die jetzt immer noch um Anerkennung ihrer nationalen Identität kämpfen. Das ist zum Beispiel bei den Basken, Schotten und Katalanen der Fall.

Ich würde mir wünschen, dass die EU eine Lösung für den Wunsch dieser Menschen nach Selbstbestimmung findet. Ein möglicher Weg wäre eine innere Erweiterung: Die internen Grenzen der EU würden verändert und die autonomen Rechte dieser Region ausgeweitet. Eine solche Reform würde die Europäische Union nicht gefährden.

Tatsächlich hat es solche Veränderungen schon einige Male gegeben, auch in der Geschichte der USA beispielsweise. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden vier neue Staaten. Maine, Kentucky, West Virginia und Vermont haben sich von anderen losgesagt, sind aber Mitglieder der USA geblieben. Das sollte auch in der EU möglich sein, solange der Prozess demokratisch und gewaltfrei ist.

Zumindest könnte die EU einen besonderen Status für die Nationen schaffen, um deren Klagen zu entsprechen. Zum Beispiel wir Katalanen: Es ist einfach nicht fair, dass unsere Sprache, die von mehr als 10 Millionen Menschen gesprochen wird, keine Amtssprache in der EU ist, Maltesisch aber schon, obwohl das nur 300.000 Menschen sprechen.

Der Spanier Ricard Gonzales arbeitet als Journalist in Kairo.

Haben auch Sie eine kleine Idee für Europa? Dann lassen Sie uns daran teilhaben. Schreiben Sie uns Ihre Idee (in maximal 1500 Zeichen) an leseraufruf@zeit.de, Betreff "Kleines Europa". Oder bei Twitter unter dem Hashtag #kleineEUIdee. Eine Auswahl Ihrer Einsendungen veröffentlichen wir nach dem Einsendeschluss am 18. Mai.