Bei den Schüssen vor dem Jüdischen Museum in Brüssel sind am Samstag drei Menschen getötet worden. Ein weiterer Mann schwebt in Lebensgefahr. Augenzeugenberichten zufolge wurde die Tat von einem Mann verübt. Der Radiosender RTBF hatte berichtet, der Täter sei in das Museum gekommen, habe geschossen und sei anschließend mit einem Auto geflüchtet. 

Zwei der Todesopfer sind israelische Touristen. Israel stuft die Tat als terroristischen Anschlag ein. Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte die Schüsse als Folge der antisemitischen Stimmung in Europa. "Diese mörderische Tat ist das Ergebnis einer permanente Hetze gegen Juden und ihren Staat", sagte Netenjahu.

Die belgische Innenministerin Joëlle Milquet sagte in einer Stellungnahme, es gebe "eine starke Vermutung", dass die Tat antisemitisch motiviert sei. Es sei aber Sache der Ermittler, dies festzustellen. Milquet kündigte einen verstärkten Schutz für jüdische Einrichtungen in Belgien an. Der Präsident des Israelitischen Zentralrates Belgiens, Julien Klener, erklärte, es habe keine Drohungen gegen das Museum gegeben.  

Wenige Stunden nach der Tat hatte die Staatsanwaltschaft zunächst eine Festnahme vermeldet. Die betreffende Person werde aber nicht als Verdächtiger, sondern lediglich als Zeuge vernommen, hieß es später. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf einen Mann, der nach der Schießerei zu Fuß vom Tatort flüchtete.

Außenminister Didier Reynders, der sich am Ort des Geschehens aufhielt, zeigte sich bei Twitter "schockiert von den Morden". "Ich bin in Gedanken bei den Opfern, die ich dort gesehen habe, und bei ihren Familien", schrieb er.

Das Jüdische Museum hatte vor neun Jahren eröffnet. Es hat eine bedeutende Sammlung mit Objekten der jüdischen Tradition. Das Attentat überschattet die Parlaments-, Regional- und Europawahlen in Belgien.