In Deutschland gab es im Jahr 2013 fast 150.000 Wohnungseinbrüche – so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das geht aus der Kriminalstatistik der Polizei hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière vorstellte.   

Im Vergleich zum Jahr 2012 stieg die Zahl der Einbrüche 2013 um 3,7 Prozent. Das Ministerium nannte die Zunahme "besorgniserregend". Die Aufklärungsquote sei mit 15,5 Prozent gering. Wohnungseinbrüche seien in erster Linie ein Großstadtphänomen, in ländlichen Bereichen seien die Fallzahlen deutlich niedriger.

De Maizière machte für die Einbrüche vor allem gut vernetzte und mobile Gruppen verantwortlich. Sie arbeiteten nach dem Muster der organisierten Kriminalität, sagte der Minister bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik.

Geringes Entdeckungsrisiko

Angesichts der Zahlen forderte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen Stopp des Personalabbaus bei den Ermittlungsbehörden. Für die gut organisierten Banden gebe es derzeit nur ein geringes Entdeckungsrisiko, sagte der GdP-Chef Oliver Malchow. "Wir haben zu wenige Leute, denen man zu wenig Zeit gibt, nach Einbrüchen eine intensive Tatortarbeit zu machen."

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, forderte eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern.  "Wir Innenminister arbeiten daher an der Entwicklung eines bundesweit abgestimmten Konzeptes zur Bekämpfung mobiler Einbrecherbanden."

Kriminalität rückläufig

Insgesamt ist die Kriminalität laut der Statistik in Deutschland leicht rückläufig. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im gesamten Bundesgebiet 5,96 Millionen Straftaten. Dies entspricht einem Rückgang um 0,6 Prozent zum Vorjahr. Etwas mehr als die Hälfte der Straftaten (54,5 Prozent) konnte aufgeklärt werden.

Die Behörden verzeichneten einen deutlichen Anstieg Straftaten im Bereich der Kinderpornografie. Zugenommen hat auch die Computerkriminalität, zu der die Statistik 88.722 Fälle ausweist. Die Kriminalität im Internet, wie etwa Sabotage und Spionage, stieg um 0,7 Prozent auf fast 64.500 Fälle.  

Im Gegensatz dazu gab es weniger Sachbeschädigungen als im Jahr 2012. Vor allem bei den Graffiti zeigt die Statistik einen Rückgang um 18 Prozent.

Rückgang der Jugendkriminalität

"Erfreulich" nannte das Ministerium den Rückgang der Kriminalität von Jugendlichen. Die Zahl der Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 18 Jahren sei um fünf Prozent gesunken, es waren 190.000 im Jahr 2013.  

Minister de Mazière wertete das als einen Erfolg der "unermüdlichen vielfältigen Bemühungen" der Behörden. "Ich denke hier an die unermüdliche Arbeit von Polizei und Justiz, aber auch an die zahllosen präventiven Projekte staatlicher und nicht staatlicher Akteure."