Durch einen Überfall schwer bewaffneter Aufständischer auf den internationalen Flughafen der pakistanischen Hafenstadt Karatschi sind am Sonntagabend mindestens 26  Menschen ums Leben gekommen. Zehn schwer bewaffnete Männer hätten den Internationalen Flughafen in der Hafenstadt Karatschi kurz vor Mitternacht gestürmt, teilten die Sicherheitskräfte mit. Danach sei es zu einem stundenlangen Feuergefecht gekommen, bevor die Armee die Lage in den frühen Morgenstunden wieder unter Kontrolle gebracht habe.

Alle Angreifer seien dabei ums Leben gekommen. Drei von ihnen hätten sich in die Luft gesprengt, sieben seien von der Armee getötet worden. Während des Gefechts waren alle Flüge umgeleitet worden.  Zu dem Angriff bekannten sich die radikal-islamischen pakistanischen Taliban. Die Attacke sei die Rache für Luftangriffe der pakistanischen Armee auf Unschuldige in den Stammesgebieten nahe der Grenze zu Afghanistan, sagte ein Sprecher der islamistischen Extremisten, Shahidullah Shahid. "Dies ist eine Botschaft an die pakistanische Regierung, dass wir noch am Leben sind." Die Bergregion gilt auch als Rückzugsgebiet der Taliban.

Bei den Attentätern habe es sich um ausländische Kämpfer gehandelt, teilten die Sicherheitskräfte mit. Darunter seien Usbeken gewesen. Die Regierung macht immer wieder ausländische Extremisten, die auf Seiten der Taliban kämpfen, für Anschläge im Land verantwortlich.

Die pakistanischen Taliban kämpfen seit Jahren für den Sturz der Regierung und fordern einen streng islamischen Staat. Pakistans Führung bemüht sich derzeit um Gespräche zur Beendigung des Konflikts. Mehrere Anläufe für einen politischen Dialog mit den Taliban sind bereits fehlgeschlagen.

Flugzeuge geraten in Brand

Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder von einem offenbar großen Feuer am Flughafen. Augenzeugen berichteten von fortgesetzten heftigen Schießereien auf dem Flughafengelände. Örtliche Medien meldeten, dass mindestens drei Flugzeuge in Brand geraten waren. Nach ersten, unbestätigten Berichten waren die Angreifer mit gefälschten Personalausweisen in das Gelände eingedrungen.

Einheiten von Polizei und Militär riegelten das Gebiet ab. Um zu verhindern, dass die Angreifer Verstärkung erhalten, wurden selbst die eintreffenden Rettungswagen von Polizei und Militär genau kontrolliert. Karatschi ist die größte Stadt Pakistans und ist immer wieder Schauplatz von Angriffen durch Extremisten.

Unterdessen wurden bei einem Selbstmordanschlag im Südwesten des Landes nach Behördenangaben 23 schiitische Pilger getötet. Vier Attentäter hätten das Hotel an der Grenze zum Iran angegriffen, in dem die Pilger übernachten wollten, erklärte der Innenminister der Provinz Belutschistan, Mir Sarfraz Bugti. Zehn Pilger seien zudem verwundet worden.