Bei dem Zusammenstoß eines Kampfjets der Bundeswehr mit einem Zivilflugzeug über dem Sauerland ist mindestens ein Mensch getötet worden. Nahe der Absturzstelle seien Leichenteile gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Meschede. Es handle sich wahrscheinlich um einen der beiden Insassen der Zivilmaschine.

Das Kleinflugzeug der Marke Learjet mit zwei Personen an Bord sei nach dem Zusammenstoß mit einem Eurofighter der Luftwaffe über Olsberg im Sauerland abgestürzt und in Flammen aufgegangen, sagte die Sprecherin der Kreispolizei in Meschede. Der Eurofighter landete schwer beschädigt auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln. 

Die Zivilmaschine sei für die Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin. Zwei Eurofighter und der Learjet seien an dem Manöver beteiligt gewesen, dabei habe einer der Kampfjets die Zivilmaschine berührt. Die Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung hätten die Ermittlungen an der Absturzstelle aufgenommen.  

Kollision in drei bis fünf Kilometern Höhe

Beide Piloten der Bundeswehr-Jets seien sehr erfahren und hätten die Übung schon sehr oft gemacht, sagte der Kommandant des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31, Oberst Andreas Hoppe. Er habe keine Hinweise darauf, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die beiden Flugzeuge seien in einer Höhe von drei bis fünf Kilometern sowohl am Flügel als auch am Rumpf miteinander kollidiert.

Bei der Übung sei es um zivile Flugzeuge in Notlagen gegangen, die sich nicht mehr über Funk melden können. Im Ernstfall nehmen in solchen Fällen zwei Eurofighter Sichtkontakt auf und leiten die Maschine zum nächsten Flugplatz, sagte Hoppe. Ein Eurofighter fliege dabei in einem Abstand von 500 bis 1.000 Metern neben dem Zivilflugzeug, das andere etwa drei Kilometer dahinter.

Solch eine Situation werde regelmäßig geübt, mitunter drei- bis fünfmal in der Woche. Das zivile Flugzeug werde dabei von der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) simuliert.

Es sei eine Glanzleistung des Piloten des beschädigten Eurofighters gewesen, seine Maschine wieder sicher zurückzubringen, sagte Hoppe. Beide Piloten würden nun psychologisch betreut. In den kommenden Tagen wolle man sie befragen. Die Aufzeichnungssysteme der Flugzeuge sollen ausgewertet werden