Die havarierte Costa Concordia hat wenige Stunden nach dem Beginn des komplizierten Abschleppmanövers Kurs auf ihren Zielort Genua genommen.

Das Schiff sei bereits etwa sechs Meilen von der Insel Giglio entfernt und werde mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) Richtung Norden geschleppt, sagte Ingenieur Franco Porcellacchia auf der Insel Giglio. "Alles hat perfekt funktioniert, sie sollte zwischen Samstagnacht und Sonntagmorgen in Genua ankommen." 

Der Abtransport der Costa Concordia hatte am Morgen mehr als zweieinhalb Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs mit 32 Toten begonnen. Zahlreiche Bewohner und Touristen verfolgten gespannt das Manöver. Als sich der 290-Meter-Riese langsam von der Insel weg bewegte, jubelten und applaudierten sie.

Verschrotten der "Costa Concordia" wird knapp zwei Jahre dauern

Das Meer wird um den Konvoi herum während der Reise weiträumig abgesperrt, ebenso der Luftraum. Am gefährlichsten für das Schiff sind starke Winde und Wellen, denen das Wrack möglicherweise nicht standhalten könnte. Dennoch sind die Experten optimistisch, dass die Costa Concordia auch die letzte Etappe der insgesamt 1,5 Milliarden Euro teuren Bergung gut übersteht.

Das Verschrotten des Wracks soll dann noch einmal knapp zwei Jahre dauern. Rund 1.000 Arbeiter werden daran beteiligt sein, das Wrack des Unglücksschiffs in seine Einzelteile zu zerlegen. Etwa 80 Prozent der Materialien sollen dabei recycelt werden.