Das Manöver zur Einfahrt der Costa Concordia in ihren Abwrackhafen Genua hat begonnen. Die Schlepper, die das Wrack des im Januar 2012 havarierten Kreuzfahrtschiffes bis vor die Küste der ligurischen Hafenstadt gebracht hatten, wurden am Morgen losgemacht. Dafür übernahmen mehrere Hafenschlepper das verunglückte Schiff.   

Im Laufe des Tages soll die Costa Concordia vorsichtig an ihren Platz im Hafen navigiert werden. "Wir denken, dass sie zwischen 15 und 16 Uhr sicher an der Anlegestelle ist", sagte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Hunderte Zuschauer werden in Genua erwartet, auch Ministerpräsident Matteo Renzi will dabei sein. Genua ist auch der Heimathafen des Unglücksschiffs.

Bereits zwei Meilen vor der Hafeneinfahrt waren am frühen Morgen Hafenlotsen an Bord gegangen. Wenn die Costa Concordia ihren Platz im Hafen erreicht hat, wird sie in den kommenden zwei Jahren dort verschrottet.

Die knapp viertägige, 350 Kilometer lange Reise vom Unglücksort vor der Insel Giglio verlief für die Costa Concordia, ihre vier Schlepper und zehn Begleitschiffe ohne größere Probleme. Durchschnittlich war der Konvoi mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) unterwegs. Auf den letzten Kilometern wurde das Tempo jedoch reduziert.

Der 290 Meter lange Kreuzfahrtkoloss war im Januar 2012 vor der Mittelmeerinsel Giglio auf einen Felsen gefahren und auf die Seite gekippt. 32 Menschen starben bei dem Unglück, darunter auch zwölf Deutsche. Der Kapitän hatte das Schiff vorzeitig verlassen und war deshalb scharfer Kritik ausgesetzt.

Nach dem letzten noch vermissten Opfer soll beim Verschrotten des Schiffs nochmals gesucht werden. Nach der Havarie war die Costa Concordia in einer weltweit einmaligen und insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro teuren Bergungsaktion auf den Abtransport vorbereitet worden.