Eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Air Algérie mit 116 Menschen an Bord ist auf dem Weg von Burkina Faso nach Algier von den Radarschirmen verschwunden. Wie die amtliche algerische Nachrichtenagentur APS berichtete, verlor der Flugsicherungsdienst das Flugzeug gegen 4.00 Uhr morgens MEZ aus den Augen – 50 Minuten nach dem Start in Ouagadougou. Flug AH5017 galt schon seit Stunden als vermisst, bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr. Nach APS-Informationen hatte die Airline seinen Notfallplan ausgelöst. 

Die Maschine befand sich offenbar über dem Norden Malis nahe der algerischen Grenze, als der Kontakt abbrach. "Das Flugzeug war nicht weit von der algerischen Grenze entfernt, als die Besatzung aufgefordert wurde, wegen schlechter Sicht den Kurs zu ändern, um eine Kollision mit einem anderen Flugzeug auf der Strecke Algier-Bamako zu vermeiden", hieß es aus Unternehmenskreisen. Nach der Kursänderung sei die Maschine verschwunden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete von einem schweren Sandsturm in der Region.

Das verschollene Flugzeug gehört der spanischen Charterfluggesellschaft Swiftair. Nach Angaben des Unternehmens war die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD-83 aber für die algerische Airline im Einsatz. Neben 110 Passagieren seien auch sechs Besatzungsmitglieder an Bord gewesen, teilte Swiftair auf seiner Homepage mit.

Nach Angaben der spanischen Pilotengewerkschaft Sepla sind die sechs Besatzungsmitglieder an Bord von AH5017 Spanier. Über die Nationalität der weiteren Insassen gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Rettungsmannschaften und die Fluggesellschaft arbeiteten daran, die Umstände des Verschwindens zu klären, erklärte Swiftair.  

Die genaue Flugroute der Passagiermaschine von Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staats Burkina Faso, nach Algier war zunächst nicht klar. Ouagadougou liegt auf einer nahezu geraden Linie südlich von Algier, die über den Unruhestaat Mali führt. Aus französischen Behördenkreisen verlautete es, es sei unwahrscheinlich, dass Kämpfer in Mali über Waffen verfügten, die ein Flugzeug abschießen könnten.

Der private algerische Fernsehsender El-Nahar Einem hatte zuvor berichtet, das verschollene Flugzeug sei über dem Niger abgestürzt. Demzufolge sei es zu dem Unglück gekommen, nachdem die Maschine den Luftraum der Stadt Niamey durchquert hatte.

In der vergangenen Woche war eine Boeing 777 von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine vermutlich abgeschossen worden. Der Fall hat eine weltweite Debatte darüber ausgelöst, ob Passagiermaschinen weiter über Krisenregionen fliegen sollten.