Ein internationales Team von 200 Experten hat mit der Identifizierung der Opfer des Absturzes von Flug MH17 in der Ostukraine begonnen. "Der Prozess kann lange dauern", sagte der Sprecher des Forensischen Teams der niederländischen Polizei (LTFO), Arie de Bruin, am Donnerstag in Bunnik bei Utrecht. Er warnte vor falschen Erwartungen, dass man "wie in der US-Krimiserie CSI innerhalb einer halben Stunde alle Informationen sammeln kann und ein DNA-Match hat".

Nachdem die ersten 40 Opfer am Mittwochabend in einer Kaserne in Hilversum eingetroffen waren, hatte die Identifizierung begonnen. Das LTFO leitet die Identifizierung aller Opfer. Polizeibeamte sammeln zurzeit in allen Herkunftsländern der 298 Opfer Informationen und DNA-Proben.

In dem Team arbeiten neben 120 Niederländer und 60 Experten aus Belgien, Großbritannien, Australien, Indonesien, Neuseeland und Malaysia auch 20 Deutsche. Die Mitarbeiter der Identifizierungskommission (IDKO) sollen die Arbeit in den Niederlanden unterstützen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Zudem würden technische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, damit die Identifizierungsarbeiten schnellstmöglich aufgenommen werden können. In der Ukraine seien zwei zusätzliche BKA-Experten im Einsatz.

Die Identifikation verläuft nach dem Protokoll der internationalen Polizei Interpol in fünf Phasen: 1. Fingerabdrücke. 2. Äußerliche Merkmale wie Kleidung oder Tätowierungen. 3. DNA-Analyse. 4. Gebisskontrolle. Zuletzt werden alle Informationen noch einmal kontrolliert. "Danach werden die Leichen auf würdevolle Weise zurück in den Sarg gelegt", schilderte der Polizeisprecher. Sobald ein Opfer identifiziert sei, würden immer zuerst die Angehörigen informiert.   

Der in Amsterdam gestartete Flug MH17 der Malaysia Airlines war am Donnerstag vergangener Woche in einem von Aufständischen kontrollierten Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 193 Niederländer.