Der WM-Spielort Belo Horizonte steht unter Schock: Fünf Tage vor dem Halbfinale dauern die Bergungsarbeiten an. Eine noch im Bau befindliche Brücke war aus noch ungeklärter Ursache am Donnerstagnachmittag eingestürzt. Dabei wurden zwei Menschen getötet, 22 weitere verletzt.

Auf Überwachungskameras war zu sehen, wie die Straßenbrücke bei dichtem Verkehr plötzlich in sich zusammenfiel. Betonteile stürzten auf einen Pendlerbus, zwei Baustellenlastwagen und ein Auto herab und begruben sie unter sich. Feuerwehr und andere Helfer versuchten, mit schweren Räumfahrzeugen die Trümmer von der Stelle zu bewegen und an mögliche weitere Opfer heranzukommen. 

Aus dem Bus wurden nach Feuerwehrangaben 13 Insassen unversehrt geborgen. Unter den Toten ist die Fahrerin, sagte Feuerwehrhauptmann Federico Pascual. Ein Vertreter des Büros des Bürgermeisters meldete den Tod einer weiteren Person. In dem platt gedrückten Pkw dürfte keiner überlebt haben.

Mehrere voll besetzte Busse, Pkw und auch Zweiradfahrer hatten auf der Gegenseite der Brücke rechtzeitig stoppen können.

Brücke sollte in drei Wochen fertig sein

Das Unglück ereignete sich rund fünf Kilometer vom Mineirão-Stadion entfernt. Die Brücke war zwar noch im Bau, sollte jedoch Ende Juli fertig sein. Zum Zeitpunkt des Einsturzes wurden bereits Baugerüste entfernt.

Die mit dem Bau der Straßenbrücke betraute Betreiberfirma Cowan teilte mit, Inspektoren seien vor Ort. Zu einem Ergebnis seien sie noch nicht gekommen.

Präsidentin Dilma Rousseff bot den Kommunalbehörden staatliche Hilfe an. Auf Twitter schrieb sie: "In diesem Moment des Schmerzes gilt meine Solidarität den Familien der Opfer." Die Stadt ordnete eine dreitägige offizielle Trauer an.    

Das Unglück ist der schwerste Vorfall während der WM. Im Vorfeld hatte es Bedenken gegeben, ob die Flughäfen und Straßen dem Zustrom der vielen Touristen gewachsen sein würden. Hintergrund sind die Verzögerungen und Streichungen von Infrastrukturprojekten für das Turnier.