In Mali sind Einsatzkräfte zu dem Wrack der vermissten Passagiermaschine im Dienst von Air Algérie vorgedrungen. Rund 50 Kilometer von der Grenze zu Burkina Faso entfernt wurden nahe der Ortschaft Boulikessi neben verbrannten Trümmerteilen auch sterbliche Überreste gefunden, wie General Gilbert Diendere aus Burkina Faso in der Nacht auf Freitag mitteilte. "Wir haben Männer mit der Erlaubnis von Malis Regierung entsandt", sagte Diendere. "Mit Hilfe von Bewohnern der Region haben sie das Wrack gefunden." 

Das Flugzeug war von Ouagadougou nach Algier unterwegs, als es über Nordmali inmitten schlechten Wetters von den Radarschirmen verschwand. Die Ursache für den Absturz war zunächst unklar. An Bord der Maschine waren 116 Menschen, davon sechs Besatzungsmitglieder. Wie Air Algérie mitteilte, waren in der Maschine 51 Franzosen, 27 Burkiner, acht Libanesen, sechs Algerier, fünf Kanadier, vier Deutsche, zwei Luxemburger, ein Belgier, ein Schweizer, ein Nigerianer, ein Ägypter, ein Kameruner, ein Ukrainer, ein Malier und ein Rumäne. Die spanische Pilotengewerkschaft Sepla und die spanische Fluggesellschaft Swiftair bestätigten, dass die Crewmitglieder Spanier sind. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Angaben bislang nicht bestätigen.

Wie die amtliche algerische Nachrichtenagentur APS meldete, verlor der Flugsicherungsdienst gegen vier Uhr morgens MESZ den Kontakt zu dem Flugzeug – 50 Minuten nach dem Start. Das Madrider Verkehrsministerium und das französische Außenministerium richteten Krisenstäbe ein.  

Nach Angaben des Transportministers aus Burkina Faso, Jean Bertin Quedragor, wurde der Pilot 30 Minuten nach dem Start angewiesen, die Route zu ändern: Ein Sandsturm tobte in dem Gebiet, das das Flugzeug überfliegen sollte. Möglich sei, dass die Maschine die Route geändert habe und über unbewohntes Gebirge geflogen sei.  

Maschine sollte Kurs ändern

Ein Sprecher von Air Algérie sagte: "Das Flugzeug war nicht weit von der algerischen Grenze entfernt, als die Besatzung aufgefordert wurde, wegen schlechter Sicht den Kurs zu ändern, um eine Kollision mit einem anderen Flugzeug auf der Strecke Algier-Bamako zu vermeiden." Nach der Kursänderung sei die Maschine verschwunden.

Die genaue Flugroute der Passagiermaschine von Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso, nach Algier war zunächst nicht klar. Ouagadougou liegt auf einer nahezu geraden Linie südlich von Algier, die über Mali führt. Aus französischen Behördenkreisen verlautete, es sei unwahrscheinlich, dass Kämpfer in Mali über Waffen verfügten, die ein Flugzeug abschießen könnten.

Bei dem verschollenen Flugzeug handelt es sich um eine McDonnell Douglas MD-83 der spanischen Fluggesellschaft Swiftair, die im Auftrag der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie flog. Die Fluggesellschaft teilte mit, sie habe ihren Notfallplan in Kraft gesetzt. Die zivile französische Luftfahrtaufsicht teilte mit, die Maschine sei erst vor wenigen Tagen auf dem Flughafen von Marseille gewesen. "Wir haben sie untersucht und wir haben fast nichts gefunden, sie war wirklich in gutem Zustand", sagte Behördenchef Patrick Gandil.