Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen schwarzen Jugendlichen hat US-Justizminister Eric Holder den Eltern unvoreingenommene Ermittlungen in dem Fall versprochen. Bei seinem Besuch in der Kleinstadt Ferguson habe Holder die Familie des erschossenen Michael Brown zu einem etwa 20-minütigen Gespräch getroffen, teilten die Behörden mit. Aus dem Umfeld des Ministers verlautete, Holder habe darin eine faire und unabhängige Untersuchung angekündigt. Kurz vor dem Treffen habe die Mutter zudem das erste Mal die Gelegenheit gehabt, die Leiche ihres 18-jährigen Sohnes zu sehen.

Holder warb öffentlich um Vertrauen in die Ermittlungen. Er habe die "erfahrensten Agenten und Staatsanwälte" der Regierung auf den Fall angesetzt, sagte er. Zugleich äußerte der Justizminister Verständnis für die Skepsis, die viele schwarze Amerikaner gegenüber der Polizei hegten. Auch er habe Erfahrungen mit Beamten gemacht, die ihn offenbar nur wegen seiner Hautfarbe ins Visier genommen hätten, erinnerte sich Holder.

Seine Visite sollte für weitere Beruhigung in der Kleinstadt sorgen, wo es seit den tödlichen Polizeischüssen auf den 18 Jahre alten Brown vor mehr als einer Woche fast jeden Abend zu Protesten gekommen ist, die teils von Gewalt begleitet waren. Zuletzt hat sich die Lage etwas entspannt, in der Nacht meldete die Polizei weniger Auseinandersetzungen.

Ein weißer Polizist hatte Brown am 9. August unter noch ungeklärten Umständen erschossen. Nach einem Zeitungsbericht wurde der unbewaffnete Jugendliche von sechs Kugeln getroffen. Während der Polizist von den Demonstranten in Ferguson stark kritisiert wurde, stellten sich im Internet auch Tausende Menschen hinter den Beamten.

Eine Spendensammlung auf der Plattform GoFundMe, die ihn bei eventuellen juristischen Auseinandersetzungen unterstützen und mögliche Verdienstausfälle ausgleichen soll, überschritt in der Nacht die Marke von 100.000 US-Dollar. "Dieser Mann hat nichts falsch gemacht", schrieb ein Spender. "Er hat nur seinem Land gedient."