Wegen der tödlichen Polizeischüsse auf Michael Brown gibt es neue Ermittlungen: Das US-Justizministerium will die Methoden der Polizei in Ferguson prüfen. Minister Eric Holder werde noch in dieser Woche eine breit angelegte Untersuchung einleiten, schreibt die Washington Post und beruft sich auf zwei Justizbeamte. Die Ermittlungen sollen die Praktiken der Polizeibehörde jener Stadt im US-Bundesstaat Missouri durchleuchten, darunter auch die Anwendung von Gewalt und die Art des Trainings, die die Polizisten bekämen, heißt es.

Vor etwa vier Wochen hatte ein Polizist einen schwarzen Teenager in Ferguson erschossen. Mit der Hilfe des FBI hatten die Behörden den Tod des 18-jährigen Michael Brown untersucht. Die jetzt geplanten Ermittlungen sollen aber tiefer gehen und die gesamte Arbeit der lokalen Polizei in den vergangenen Jahren untersuchen – nicht nur in Ferguson, sondern auch in anderen Teilen des Bezirks von St. Louis. Die Überprüfung ist unabhängig von der laufenden zivilrechtlichen Untersuchung, die das Justizministerium durchführt.  

Die Pläne des Ministeriums wurden den Behörden im US-Bundesstaat Missouri schon am Mittwoch mitgeteilt, heißt es. Offiziell soll die Untersuchung frühestens am Donnerstag bekanntgegeben werden.

Die Washington Post hatte bereits am Wochenende berichtet, dass gegen mindestens fünf Polizisten der Dienststelle in Ferguson Verfahren wegen exzessiver Gewaltanwendung laufen. Insgesamt arbeiten in der Kleinstadt demnach 53 mehrheitlich weiße Polizeibeamte. Die Bewohner sind zu mehr als 60 Prozent Schwarze. 

Demonstranten beklagen massive Gewalt der Polizei

Der Fall des erschossenen Teenagers hatte wochenlange Unruhen in der Kleinstadt ausgelöst und eine US-weite Diskussion über das Handeln der Polizei ausgelöst. Der Teenager war zum Zeitpunkt seines Todes unbewaffnet gewesen, der Polizist plädiert auf Notwehr.

Nach den Protesten wollen mehrere Demonstranten juristisch gegen die Polizei vorgehen. Sie werfen den Beamten vor, bei den Demonstrationen gewalttätig geworden zu sein. Sicherheitskräfte hätten exzessive Gewalt angewandt und grundlos unschuldige Passanten verhaftet, heißt es in der bei einem Bundesgericht eingereichten Klageschrift.