Nach heftigen Regenfällen im Himalaya sind in Pakistan und Indien ganze Landstriche von Wasser bedeckt. In vielen Regionen traten Flüsse über die Ufer, mehr als 450 Menschen starben bereits in den Fluten. Die Wassermassen dringen von Indien flussabwärts nach Pakistan, wo mehr als 100 Dörfer bedroht sind. Millionen von Menschen sind auf der Flucht vor den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten.

In Pakistan versuchen Soldaten in den Flutgebieten eingeschlossene Menschen mit Helikoptern auszufliegen. Über den Luftweg werden auch Lebensmitteln und Trinkwasser geliefert, sagte der Zivilverwalter Zahid Saleem. Tausende Polizisten, Soldaten und andere Helfer seien im Einsatz.

In der Nähe der historischen Stadt Multan durchbrach die Armee Dämme des Chenab-Flusses, damit das Wasser nicht in die Stadt fließe. Es werde nach wie vor alles versucht, um die Stadt der Heiligen mit ihren Moscheen und Basaren zu schützen, schrieb The Express Tribune.

Laut Pakistans Katastrophenschutzbehörde NDMA starben in der östlichen Provinz Punjab und im pakistanischen Teil Kaschmirs 280 Menschen. Mehr als zwei Millionen Menschen seien allein aus Punjab und Sindh geflohen. Die Fluten würden frühestens in einer Woche zurückgehen, schätzen Experten.

Im indischen Teil Kaschmirs sind noch etwa 200.000 Menschen von den Fluten eingeschlossen, wie ein Vertreter der Region Jammu sagte. Die wahre Zahl der Betroffenen könne nur schwer geschätzt werden. Sinkende Wasserspiegel verschaffen den Rettungskräften in Indien aber mittlerweile Zugang zu bislang abgeschotteten Häusern, um Überlebende zu retten oder Leichen zu bergen.

Hunderte Menschen suchten in Lagern Zuflucht und medizinische Hilfe. Viele von ihnen litten an Durchfall, Infektionen oder Ausschlägen, berichtete die Zeitung Hindustan Times. Ärzte fürchteten den Ausbruch von Seuchen, weil es unter anderem an sauberem Trinkwasser mangele.