Ermittler haben die Firmenzentrale des Flüchtlingsheim-Betreibers European Homecare in Essen durchsucht. Dabei sei nach Beweisen im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Übergriffen auf Asylbewerber in einer Notunterkunft in Burbach gesucht worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen, Johannes Daheim.  

Ende September war bekannt geworden, dass in dem von European Homecare betriebenen Flüchtlingsheim in Burbach im Siegerland Asylbewerber von Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes misshandelt worden sein sollen. Auf einem Handy-Foto sind zwei Sicherheitsleute sowie ein gefesselt am Boden liegender Mann zu sehen. Ein Wachmann drückt das Opfer mit seinem Stiefel nach unten. Zudem existiert ein Video, in dem ein Mann aufgefordert wird, sich auf eine Matratze mit Erbrochenem zu legen.

Laut einem Bericht des WDR-Magazins Westpol vom Sonntag wusste das Unternehmen von der Gewalt gegen Flüchtlinge in ihren Einrichtungen. Gewalttätige Übergriffe gegen Flüchtlinge, die sich nicht an die Anweisungen des Personals hielten, seien mit Wissen und teilweise auf Veranlassung von European Homecare erfolgt, zitierte das Magazin Mitarbeiter verschiedener Sicherheitsfirmen.

"Wir haben auch schon mal zugeschlagen", sagte demnach ein Wachmann dem Magazin. "Das aber nur, um uns zu wehren. Mit dem Wissen von European Homecare." Laut dem Magazin übernehmen Mitarbeiter der Sicherheitsfirmen betreuerische Aufgaben. Außerdem wisse European Homecare nicht nur von den Sanktionen, mit denen Flüchtlinge bestraft würden, wenn sie gegen Regeln verstießen. Das Unternehmen gebe dafür sogar Anweisungen. Als Beispiel wurden Vorfälle im Essener Opti-Park genannt, wo Flüchtlinge zur Bestrafung aus ihren Zimmern ausgesperrt worden seien.

European Homecare, das nach eigenen Angaben bundesweit rund 40 Einrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlinge betreibt, habe bislang zu den Vorwürfen nicht Stellung bezogen.