Bei einer Großkundgebung gegen Polizeigewalt sind in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri fast 50 Demonstranten festgenommen worden. Den meisten von ihnen werde öffentliche Ruhestörung vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Unter den Festgenommenen ist auch der bekannte Bürgerrechtler Cornel West, ein ehemaliger Professor an der Universität Princeton.

Angeführt von Geistlichen waren Hunderte Menschen zur Polizeiwache der Kleinstadt gezogen. Dabei wurden per Megafon die Namen von Personen verlesen, die landesweit von Polizisten getötet wurden. Vor dem Revier seien rund 42 Teilnehmer festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Laut den Organisatoren hatten sie zuvor eine Polizeisperre durchbrochen. Später wurden sechs weitere Personen festgenommen.

Die Proteste in Ferguson dauern bereits seit Tagen an. Trotz heftigen Regens und Tornadowarnungen harrten die Demonstranten über vier Stunden vor der Polizeiwache aus. Damit wollten sie auf die mehr als vier Stunden aufmerksam machen, die der Leichnam des 18-jährigen Afroamerikaners Michael Brown auf der Straße liegen gelassen worden war, nachdem am 9. August ein weißer Polizist den Jungen erschossen hatte. Damals hatte es tagelange, zum Teil gewaltsame Proteste gegeben. Der Polizist wurde bisher nicht zur Verantwortung gezogen. Die Demonstranten fordern, dass er angeklagt und bestraft wird.

Am Mittwoch vergangener Woche war in St. Louis ein weiterer schwarzer Jugendlicher von einem weißen Polizisten erschossen worden. Er sei nach Polizeiangaben bewaffnet und aggressiv gewesen; seine Eltern bestreiten diese Darstellung.