Im Rechtsstreit um das Buch des Journalisten Heribert Schwan über Helmut Kohl hat der Altkanzler seine Beschwerde gegen einen Beschluss des Kölner Landgerichts zurückgezogen. Ein Gerichtssprecher teilte mit, dass der 84-Jährige die Beschwerde nach einem rechtlichen Hinweis des Oberlandesgerichts am Freitag zurückgenommen habe. Die Kammer habe klargemacht, dass sie wohl keine Aussicht auf Erfolg habe (AZ: 6 U 146/14 und 6 U 147/14). Das umstrittene Buch, das seit Anfang der Woche im Handel ist, dürfe somit weiterhin verkauft werden.

Kohl hatte gegen die Verbreitung des Buchs der Autoren Schwan und Tilman Jens, das auf Tonbandaufnahmen beruht, vergeblich beim Kölner Landgericht eine einstweilige Anordnung beantragt

Der frühere Kohl-Biograf Schwan zitiert in dem Buch Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle den Altkanzler mit drastischen Äußerungen über frühere Weggefährten wie die heutige Kanzlerin Angela Merkel, den Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff (alle CDU).

Das Landgericht hatte auch einen weiteren Antrag Kohls zurückgewiesen, mit dem der Altkanzler Schwan die Verbreitung und Verwertung der Tonbandaufzeichnungen aus den Jahren 2001 und 2002 verbieten wollte. Kohls Ghostwriter Schwan hatte insgesamt 630 Stunden Gespräche aufgezeichnet.

Im März 2009 kündigte der Altkanzler schließlich die Zusammenarbeit mit dem Journalisten auf, nachdem es zu einer Zerwürfnis zwischen beiden gekommen war. Mit einer Klage auf Herausgabe der Bänder hatte sich Kohl zuletzt in zwei Instanzen durchgesetzt.