In Berlin haben die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls begonnen. In der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße wird zunächst der Opfer der deutsch-deutschen Teilung gedacht. 

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte auf der Veranstaltung: "Der Tag der Freiheit ist immer auch ein Tag des Gedenkens an die Opfer." Das schließe auch das Gedenken an die Verfolgten der Staatssicherheit ein. Die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen, ergänzte sie, "ein ideologiebesessenes Regime".

Merkel sieht den Fall der Berliner Mauer auch als Signal der Hoffnung für die Krisen und Konflikte in der Welt. "Wir können die Dinge zum Guten wenden – das ist die Botschaft des Mauerfalls." Weitere Mauern könnten eingerissen werden, sagte Merkel, "Mauern der Diktatur, der Gewalt, der Ideologien, der Feindschaften". Der Mauerfall habe gezeigt: "Träume können wahr werden. Nichts muss so bleiben wie es ist."

Im Anschluss eröffnete Merkel in der Gedenkstätte eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Mauer. Um 16 Uhr ist ein Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt geplant. Als Redner wird der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, erwartet.  

Am Brandenburger Tor hat um 12 Uhr ein Bürgerfest begonnen. Neben Udo Lindenberg, Clueso, den Fantastischen Vier, Peter Gabriel, Paul Kalkbrenner und Silly wird auch die Staatskapelle mit Daniel Bahrenboim auftreten. Seit Freitag markieren knapp 8.000 leuchtende Ballons im Zentrum Berlins auf 15 Kilometern den Verlauf der Mauer. Es ist eine Kunstaktion, die viele Berliner und Besucher begeistert, die Straßen entlang der Lichtergrenze sind voll mit Menschen. Ab etwa 19 Uhr sollen die Ballons in die Luft aufsteigen.

Sind Ost und West schon zusammengewachsen? Alles zum Fall der Mauer auf ZEIT ONLINE © Tobias Schwarz/Reuters

ZEIT ONLINE berichtet ausführlich über den Mauerfall-Jahrestag. In interaktiven Grafiken zeigen wir etwa, wie die Mauer in den Köpfen der Deutschen zum Teil noch vorhanden ist und welche Ost-West-Unterschiede sich in den Statistiken finden lassen. Unsere Redakteure beschreiben ganz persönlich, was der Mauerfall für ihr Leben bedeutet, etwa Christian Bangel, Tilman Steffen und Steffen Dobbert.