Mit Festnahmen und Wohnungsdurchsuchungen ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen am Morgen gegen eine Gruppe mutmaßlicher Islamisten vorgegangen. In Köln und der weiteren Umgebung wurden neun Männer im Alter zwischen 22 und 58 Jahren festgenommen, teilte die Polizei mit. Mit Einbrüchen vor allem in Kirchen und Schulen sollen sie die Ausreise von kampfeswilligen Gesinnungsgenossen finanziert und islamistische Kämpfer in Syrien unterstützt haben.

Außerdem wurden die Wohnungen von 20 Verdächtigen durchsucht, die dem radikalen salafistischen Spektrum zugerechnet werden. Sie sollen gefälschte Pässe besorgt und Geld oder Sachleistungen für die Dschihadisten nach Syrien geschickt haben. Allen Beschuldigten wird unter anderem die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen.

Bereits seit Mai vergangenen Jahres hat die Polizei den Angaben zufolge verdeckt gegen die Verdächtigten ermittelt. Die Einbrüche sollen sie in Köln, Bergisch-Gladbach, Siegen und den siegerländischen Städten Netphen und Kreuztal begangen haben.

Vor Haftrichter des Bundesgerichtshofs

Gegen einige der Verdächtigen aus Köln sowie einen weiteren 58 Jahre alten Mann geht auch die Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben vor. Zwei von ihnen werden verdächtigt, die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützt und in Deutschland um Kämpfer für sie geworben zu haben.

Beide sollen im Laufe des Tages einem Haftrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Die anderen sieben Festgenommenen kommen in Köln vor den Haftrichter. Haftbefehle sind gegen alle Verdächtigen ergangen.

Der 58-Jährige ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft pakistanischer Staatsbürger. Alle anderen sind der Mitteilung zufolge deutsche Staatsbürger.