Die britische UK Independence Party (Ukip) hat für Großbritannien eine klare Vision. Das Königreich soll die Europäische Union verlassen, den Sozialstaat verschlanken, auf Kernenergie setzen – und die "unkontrollierte Zuwanderung" stoppen. Burkas und Nikabs gehören abgeschafft, Multikulti und "falsche politische Korrektheit" ebenso.

Damit wären die Feindbilder klar abgesteckt. Kein Wunder also, dass es die Rechtspopulisten unfair fanden, dass eine BBC-Abstimmung zur Akzeptanz gegenüber der Ukip ausgerechnet vor einer Londoner Moschee stattfinden sollte. Über Twitter hatte der Fernsehsender zuvor mit einem Augenzwinkern auf eine durchsichtige Urne aufmerksam gemacht, mit der Passanten darüber befinden sollten, ob Ukip-Chef Nigel Farage das Zeug dazu hat, Premierminister zu werden.

"Eine Moschee ist der perfekte Ort für eine solche Umfrage", twitterte die Partei aus South Thanet daraufhin sarkastisch zurück. Dumm nur, dass die angebliche Manipulation der Umfrage durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk keine Grundlage hat: Bei der vermeintlichen Moschee handelt es sich um die Westminster-Kathedrale. Die Verantwortlichen ruderten zurück, der Tweet wurde nach zahlreichen Hinweisen kurzerhand gelöscht.

Eine solche Steilvorlage ließ man sich in den sozialen Netzwerken natürlich trotzdem nicht entgehen. Unter dem Hashtag #ThingsThatAreNotMosques klären Twitternutzer die aufrechten "Radikalliberalen" seitdem darüber auf, welche Bauwerke nicht als Moschee gelten. 

Unter den Hinweisen finden sich eindeutige Objekte wie das Kapitol in Washington, das Rote Fort in Delhi, das Hauptquartier des britischen Geheimdienstes und die Basilius-Kathedrale in Moskau. Aber auch weniger eingängige Gegenstände wie Mokassins oder Moskitos werden beschrieben und im Bild dargestellt, damit sie von der Ukip zukünftig ja nicht mehr verwechselt werden können.