Kinder werden häufiger Opfer von Menschenhandel. In etwa jedem dritten aufgedeckten Fall seien minderjährige Mädchen oder Jungen betroffen, teilte das UN-Büro zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien mit. Im Vergleich zu den Vorjahren sei das eine Zunahme um fünf Prozent. In Afrika und im Mittleren Osten sind besonders viele Kinder unter den Opfern von Menschenhändlern. Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Knapp die Hälfte aller Opfer sind jedoch erwachsene Frauen. Sie würden oft zur Prostitution oder Arbeit unter schwersten Bedingungen gezwungen, heißt es in dem Bericht. Etwa 20 Prozent der Betroffenen sind Männer.

Die Art des Menschenhandels unterscheidet sich stark nach Regionen: In Südostasien und im pazifischen Raum müssen die Betroffenen meist Zwangsarbeit unter sklavenartigen Bedingungen leisten. In Afrika und im Mittleren Osten herrsche sexuelle Ausbeutung vor.

Menschenhandel betrifft laut UNODC fast jedes Land der Welt: Laut dem Bericht stammen die Opfer aus 152 Ländern, sie wurden in 104 Staaten aufgegriffen. Die Ströme des Handels, die die UN weltweit ausmacht, fließen von allen Kontinenten aus. 510 dieser Routen hat die UN-Organisation nachgezeichnet. Eine deutliche Mehrheit (72 Prozent) der Menschenhändler seien Männer, mit einem Anteil von fast 30 Prozent sind inzwischen aber auch viele Frauen darunter.

Zu wenig Schutz vor Menschenhandel

Geahndet werden die Verbrechen laut des UNODC nur sehr selten. "Trotz Fortschritten in der Gesetzgebung kommt es immer noch nur selten zu Verurteilungen", heißt es in dem Bericht. Insgesamt lebten immer noch zwei Milliarden Menschen in Ländern, die nur einen sehr ungenügenden Schutz vor Menschenhandel böten. Nur in etwa 40 Prozent der betroffenen Staaten müssten sie öfter mit Verfahren rechnen. In den vergangenen Jahren gab es nach Ansicht der Vereinten Nationen zu wenig Verbesserung in der Strafjustiz.  

Von den etwa 21 Millionen Männern, Frauen und Kindern, die weltweit zur Arbeit gezwungen werden, wurde laut UN ein großer Teil zuvor Opfer von Menschenhändlern. Genaue Zahlen gebe es aber nicht.