Nach dem Verschwinden einer AirAsia-Maschine bei Indonesien haben australische Flugzeuge Gegenstände im Meer geortet. Das teilten die indonesischen Behörden mit. Allerdings sei nicht sicher, ob es sich um Teile des verschollenen Flugzeugs handele, sagte der Kommandeur des Stützpunkts Jakarta, Marshal Dwi Putranto. Die Objekte seien etwa 1.100 Kilometer von dem Ort entfernt gesichtet worden, wo die verschollene Maschine den letzten Funkspruch absetzte.

Auch eine Ölspur wurde gesichtet. "Wir prüfen, ob es sich um Flugbenzin handelt", sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Die Ölspur befindet sich in dem Suchgebiet, wo die Maschine nach bisherigen Annahmen am Sonntag abgestürzt ist.

Die Suche nach dem vermissten Flugzeug war zuvor ausgeweitet worden. Indonesien, Singapur und Malaysia hatten zwölf Marineschiffe, fünf Flugzeuge, drei Helikopter und mehrere Zerstörer in das Einsatzgebiet in die Nähe der Insel Belitung in der Javasee geschickt. Dort war der Kontakt zu Flug QZ8501 abgebrochen. Die Suche nach der Passagiermaschine der AirAsia war am Sonntagabend mit Einbruch der Dunkelheit unterbrochen worden.

Auf der Grundlage der verfügbaren Koordinaten sei davon auszugehen, dass das verschollene Flugzeug auf dem Meeresgrund liege, hatte der Direktor der indonesischen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Soelistyo, auf einer Pressekonferenz gesagt. Indonesien verfüge nicht über die notwendigen Geräte, um ein Wrack im Meer zu finden und zu bergen, doch werde die Regierung andere Länder um Unterstützung bitten. Es gebe bereits Angebote Großbritanniens, Frankreichs und der USA, sagte Soelistyo.

Die Maschine der malaysischen Fluggesellschaft AirAsia war auf dem Weg vom Flughafen Surabaya in Indonesien zum Changi Airport in Singapur. Die Flugaufsicht hatte 42 Minuten nach dem Start den Kontakt zum Flugzeug mit 162 Menschen an Bord verloren.

Der Pilot hatte einen Steigflug auf mehr als 10.000 Meter eingeleitet, um Gewitterwolken zu umfliegen, als die Maschine vom Radar verschwand, wie die Flugaufsicht in Jakarta berichtete. Die Besatzung habe um eine Routenänderung wegen des schlechten Wetters gebeten, bevor der Kontakt zur indonesischen Flugkontrolle verloren ging, teilte die Airline mit. Einen Notruf setzten die Piloten offenbar nicht ab. An Bord waren nach offiziellen Angaben 155 Indonesier, drei Südkoreaner, ein Singapurer, ein Malaysier, ein Franzose und ein Brite.


Am Flughafen Surabaya, wo die Maschine um 5.35 Ortszeit gestartet war, warteten Dutzende besorgte Angehörige. "Ich hoffe weiter", sagte ein Indonesier der Zeitung Republika. Seine Tante sowie acht weitere Familienangehörige waren an Bord. Am Zielflughafen in Singapur wurden etwa 50 Angehörige von Fachkräften betreut und warteten auf neue Informationen. Louise Sidharta vermisst ihren Verlobten. "Ich war auf dem Weg zum Flughafen, als ich es im Radio hörte. Ich wusste sofort, dass es seine Maschine war", sagte sie.

AirAsia teilte mit, der Pilot habe 6.100 Flugstunden, der Kopilot 2.275 Flugstunden. Die letzte planmäßige Inspektion des Airbus vom Typ A320-200 sei am 16. November durchgeführt worden. 

Airbus teilte mit, die im Oktober 2008 übergebene Maschine habe bisher etwa 23.000 Flugstunden bei rund 13.600 Flügen hinter sich. Das Flugzeug mit zwei Motoren vom Typ CFM 56-5B und einem Mittelgang sei in einer Variante für eine Klasse für bis zu 180 Passagiere konzipiert. Bei Airbus hat das Flugzeug die Produktionsnummer 3648, registriert ist es als PK-AXC. Die erste A320 produzierte Airbus 1988, bisher sind in dieser Klasse mehr als 6.000 Flugzeuge an 300 Kunden gegangen.

Drittes großes Flugunglück für die Region

AirAsia ist eine der größten Billigfluglinien der Welt. Sie hat ihren Hauptsitz in Malaysia und in ihrem Heimatmarkt nach eigenen Angaben einen Marktanteil von fast 50 Prozent. AirAsia fliegt mit mehr als 150 Maschinen vor allem Ziele in Asien an. Seit dem kommerziellen Start 2001 hat es keine größeren Zwischenfälle oder Unglücke gegeben.

Für die Region Südostasien ist es bereits der dritte schwerwiegende Zwischenfall im Luftverkehr in diesem Jahr. Am 8. März wurde kurz nach dem Start in Kuala Lumpur eine Maschine der Malaysia Airlines als vermisst gemeldet. Von dem Flugzeug mit 239 Menschen an Bord fehlt seitdem jede Spur. Auf dem Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur wurde am 17. Juli ein weiteres Flugzeug von Malaysia Airlines über der Ostukraine abgeschossen. Insgesamt 298 Menschen an Bord kamen ums Leben.