Erneut ist ein Schiff mit vermutlich Hunderten Personen an Bord in der Adria in Seenot geraten. Jemand an Bord des Frachtschiffs Blue Sky M habe bei schlechtem Wetter vor der griechischen Insel Korfu ein Notsignal abgegeben, teilten griechische Behörden mit. Es könnten mehr als 600 Migranten an Bord sein, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Athen. Eine Fregatte und ein Marinehubschrauber seien auf dem Weg in das Gebiet nahe der Insel Othoni nordwestlich von Korfu. Die Küstenwache entsandte Schnellboote.

Das griechische Schifffahrtsministerium teilte mit, das Frachtschiff fahre unter moldauischer Flagge. Der staatliche Sender Nerit berichtete, an Bord würden bewaffnete Personen vermutet. Die Küstenwache geht davon aus, dass es sich dabei um Schlepper handelt, die zur eigenen Sicherheit Waffen bei sich tragen. 

Dem Schiffspositionsdienst marinetraffic.com zufolge war das 1976 gebaute Schiff von Istanbul kommend zum kroatischen Hafen Rijeka unterwegs. Griechische Medien berichten, das Schiff soll sich seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenlands bewegt haben.

Frachter treibt bei stürmischer See vor Korfu

Nach Angaben der Küstenwache hat der Frachter einen Motorschaden und treibt auf stürmischer See etwa drei Seemeilen vor Korfu. Derzeit wehen dort stürmische Winde der Stärke acht. Nach Einschätzungen der Küstenwache besteht dennoch keine Gefahr, dass das Schiff untergehen könnte.

Erst am Sonntagabend war in demselben Seegebiet die Fähre Norman Atlantic mit mehr als 450 Menschen an Bord in Brand geraten. Die meisten Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden in einer dramatischen Rettungsaktion von Bord geholt. Mindestens zehn Menschen starben. Bei der Bergungsaktion verunglückten zudem zwei albanische Seeleute tödlich. Die Fähre treibt immer noch qualmend und manövrierunfähig in der Adria.