Ausläufer des Tropensturms Hagupit haben die philippinische Hauptstadt Manila erreicht. Der Wetterdienst rechnet mit dem Höhepunkt des Sturms in der Metropole in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit), er geht davon aus, dass das Auge des Sturms die Metropole nicht treffen wird. Auf seinem Weg über den Inselstaat hat Hagupit am Wochenende an Kraft verloren und wurde mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde von einem Taifun zu einem tropischen Sturm herabgestuft.

Mindestens 24 Menschen kamen durch das Wüten Hagupits bisher ums Leben. Allein 16 Menschen ertranken auf der Insel Samar, teilte das Rote Kreuz mit. Dort war der Taifun in der Nacht zu Sonntag auf Land getroffen. Ein Ehepaar und ein Kind wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein Junge starb durch einen elektrischen Schlag, als er eine abgerissene Leitung berührte.

"Wir müssen in Alarmbereitschaft bleiben", sagte der Meteorologe Alvin Pura zur Situation in Manila. "Uns trifft zwar nicht das Auge des Sturms, aber es wird heftig regnen, und das kann zu Überschwemmungen führen." Die Behörden forderten die Einwohner auf, ihre Mobiltelefone aufzuladen und Taschenlampen zu besorgen. In Manila blieb die Börse am Montag geschlossen, ebenso Schulen und viele Ämter.

Küstennahe Slums werden evakuiert

Mehr als 100 Flüge wurden gestrichen. Die küstennahen Slums wurden geräumt. Dort leben Zehntausende Menschen in leicht gebauten Bretterverschlägen, die bei Überschwemmungen zur Todesfalle werden können. Die Stadt richtete in Schulen und Turnhallen Notlager ein. Arbeiter hatten in der Stadt schon Reklametafeln und Weihnachtsdekoration abgebaut. Dächer wurden gesichert, Geschäftsleute stapelten Sandsäcke vor ihren Türen.

Hagupit hatte in den Zentralphilippinen am Wochenende schwer gewütet. Ein Jahr nach Taifun Haiyan wurden Tausende Menschen zum zweiten Mal obdachlos, unter anderem in der schon damals schwer getroffenen Stadt Tacloban. Dennoch atmete die Bevölkerung auf: 2013 waren viele Menschen in ihren Häusern von Flutwellen überrascht worden. Mehr als 7.000 starben. "Unsere Vorkehrungen mit den Evakuierungen haben sich ausgezahlt", sagte Innenminister Mar Roxas.

Die Behörden hatten vor dem Sturm in der Region Lager mit Hilfsmitteln angelegt und versprachen eine zügige Auslieferung. Nach Haiyan waren die Zustände chaotisch: Tagelang mussten die Menschen auf Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung warten.