Zehntausende Menschen haben in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert. Allein in der Hauptstadt Washington versammelten sich am Samstag nach Angaben der Organisatoren bis zu 50.000 Menschen.

Unter dem Motto "Gerechtigkeit für alle" marschierten die Demonstranten von der Washingtoner Innenstadt zum Kapitol. Sie forderten unter anderem eine bessere Überwachung von Polizeieinsätzen und spezielle Ermittler, die Fälle von Gewaltanwendungen untersuchen sollen.

In New York kamen die Demonstranten auf der Fifth Avenue im Herzen Manhattans zusammen, mindestens 25.000 Teilnehmer nahmen nach Polizeiangaben teil. In Anspielung auf die New Yorker Polizeibehörde skandierten sie: "Wie buchstabiert man Rassismus? NYPD!"

Hintergrund der Proteste sind mehrere Fälle, in denen weiße Polizisten unbewaffnete Schwarze getötet haben, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Großes Aufsehen hatte der Tod des Teenagers Michael Brown erregt, der in der Stadt Ferguson erschossen wurde. Der Polizist, der auf den unbewaffneten Brown feuerte, wurde nicht angeklagt.

Familien von Brown und Garner demonstrieren

Angehörige von Michael Brown beteiligten sich an dem Marsch in Washington. "Was für ein Meer von Menschen", sagte Browns Mutter Lesley McSpadden. "Wenn sie das nicht sehen und etwas ändern, dann weiß ich nicht, was wir als nächstes tun werden."

Auch die Familie von Eric Garner, der im Juli im Würgegriff eines Polizisten erstickte, nahm an den Demonstrationen teil. Garners Mutter nannte die Demonstrationen einen "geschichtsträchtigen Moment". Es sei überwältigend zu sehen, wer alles mitmache, sagte sie. "Ich meine, schauen Sie sich die Massen an. Schwarz, weiß, alle Ethnien, alle Religionen ...Wir müssen immer so zusammenstehen." 

Die Protestierenden trugen Transparente mit Slogans wie "Schwarze Leben zählen" und "Wen schützt ihr? Wem dient ihr?" Immer wieder riefen sie die Parole "Ich kann nicht atmen!" – das waren die Worte Garners.

Die Kundgebungen blieben größtenteils friedlich: Zwar habe es Verkehrsbehinderungen, jedoch keine Festnahmen gegeben. Nur in Boston kam es zu Zwischenfällen. Dort nahm die Polizei nach eigenen Angaben rund zwanzig Menschen fest, die eine Autobahn blockieren wollten.