Die beiden US-Unternehmen Facebook und Apple sorgten vor einigen Wochen für Aufsehen, als sie ankündigten, die Kosten für das Einfrieren der Eizellen von Mitarbeiterinnen zu übernehmen, um ihnen die Karriereplanung zu erleichtern. Die Firmenpläne zum sogenannten Social Freezing lösten auch in Deutschland eine moralische Debatte aus. 

Eine Studie zeigt, dass sich auch in Deutschland immer mehr Frauen Eizellen entnehmen und einfrieren lassen und so ihren Kinderwunsch auf unbestimmte Zeit verschieben. "Die Zahlen steigen sprunghaft an", sagte der Gründer und Koordinator des wissenschaftlichen Netzwerkes Fertiprotekt, Michael von Wolff. Demnach nutzten im Jahr 2013 in Deutschland 134 Frauen das Angebot, Eizellen einzufrieren. Im Jahr 2012 waren es erst 22 gewesen. Von Wolff geht davon aus, dass die Zahlen höher liegen, weil nicht alle Universitätskliniken und Kinderwunschzentren alle Behandlungen meldeten. Er rechne mit insgesamt 300 Behandlungen im Jahr 2013, sagte von Wolff.  

In Deutschland kritisierten Arbeitnehmervertreter, Unternehmen und Politiker das Angebot der Firmen. Es sei wichtiger, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

Ursprünglich war die Eizellkonservierung für junge Krebspatientinnen gedacht: Sie können sich vor einer Chemotherapie und Bestrahlung Eizellen entnehmen lassen, um später genetische Schäden eines Kindes auszuschließen. Die Gründe für das Social Freezing sind etwa ein fehlender Partner oder Karrierepläne. Die Zellen können nach Jahren bis Jahrzehnten wieder aufgetaut, befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt werden. Abgesehen vom Einfrieren und Auftauen der Eizellen entspricht das Verfahren einer künstlichen Befruchtung.