Wenige Tage, nachdem Khaled B., ein Asylbewerber aus Eritrea, erstochen aufgefunden worden war, forderten die Demonstranten nun eine rasche Aufklärung des Mordes. Sie fürchten, die Tat könne rassistisch motiviert gewesen sein. Zudem kritisierten sie die Pegida-Bewegung. Durch deren Aufmärsche sei Dresden zu einem "Zentrum der Fremdenfeindlichkeit" geworden.

Die Leiche des 20-Jährigen war am Dienstagmorgen gefunden worden. Die Polizei hatte eine Fremdeinwirkung zunächst verneint und sprach erst nach der Obduktion von einem gewaltsamen Tod durch Messerstiche.

"Wir stehen noch am Anfang", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase, am Freitag. Die Spurensuche in der Wohnung sei inzwischen abgeschlossen. Mitbewohner und Anwohnern würden weiter befragt, auch Videos eines nahen Supermarkts würden noch ausgewertet. 

Für Sonntag sind in Leipzig, Potsdam und Berlin weitere Gedenkveranstaltungen für Khaled angemeldet.

15.500 demonstrieren in Mannheim und Lübeck

Auch in Mannheim haben Tausende Menschen für Toleranz und Vielfalt demonstriert. "Mannheim sagt Ja zu den Flüchtlingen", sagte Mitinitiator und Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier während der Kundgebung. Die Stadt sei bunt und werde es auch bleiben.  Viele Menschen sprachen sich auf ihren Plakaten für Vielfalt und gegen die Anti-Islam-Bewegung Pediga aus. "Flüchtlinge werden nicht als solche geboren", sagte Fontagnier. Es sei ein Akt der Humanität, ihnen zu helfen und ihnen mit Respekt zu begegnen. Mit an der Spitze des Zuges lief Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Die Polizei berichtete von rund 11.500 Teilnehmern, deutlich mehr als erwartet.  

In Lübeck demonstrierten etwa 4.000 Bürger für Solidarität mit Flüchtlingen. Sie erinnerten an die Brandkatastrophe in einer Asylbewerberunterkunft, bei der am 18. Januar 1996 zehn Menschen starben und 38 verletzt wurden.