Die EU-Kommission hat sich besorgt über die Lage der Juden in Europa geäußert. "Was mich wirklich um den Schlaf bringt, ist, dass sich jetzt die Juden in Europa wieder Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen", sagte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans der Rheinischen Post. Hintergrund sind die jüngsten Terror-Anschläge in Paris, bei denen ein islamistischer Terrorist in einem jüdischen Supermarkt in Paris mehrere Geiseln erschoss. 

Die EU werde scheitern, "wenn eine Gemeinschaft sich hier bei uns nicht mehr zu Hause fühlt", sagte der Niederländer Timmermans. "Dann haben wir den wichtigsten Grundgedanken Europas verraten. Das darf uns nicht passieren, auf keinen Fall!" 

Timmermans plädierte für verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen den Terror, darunter die rasche Einführung eines Abkommens über den Austausch von Fluggastdaten zwischen den EU-Ländern. Bislang gibt es solche Abkommen nur für Passagiere, die zwischen Europa und den USA oder Kanada reisen.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Anschläge auf jüdische Einrichtung und Juden in Europa gegeben. Im März 2012 tötete ein Islamist drei Kinder und einen Lehrer in einer jüdischen Schule in Toulouse, im Mai 2014 erschoss ein Mann vier Menschen im jüdischen Museum von Belgien in Brüssel.   

Die EU-Außenminister wollen an diesem Montag in Brüssel unter anderem über eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen den islamistischen Terror beraten.