Seit den islamistischen Anschlägen in und um Paris vor rund zehn Tagen hat es in Frankreich 116 antimuslimische Vorfälle gegeben, 110 Prozent mehr als im gesamten Monat Januar des vergangenen Jahres. Das teilte die Beobachtungsstelle für Islamfeindlichkeit des muslimischen Dachverbands CFCM mit, der fünf Millionen französische Muslime vertritt. 

Unter den Vorfällen sind 28 Angriffe auf muslimische Gebetshäuser und 88 muslimfeindliche Drohungen. Dies sei "untragbar", erklärte der Präsident der Beobachtungsstelle, Abdallah Zekri, und forderte von den Behörden ein Einschreiten.

Die sozialistische Regierung in Paris hatte der muslimischen ebenso wie der jüdischen Gemeinde nach der Anschlagsserie verstärkten Schutz zugesagt.

Drei islamistische Attentäter hatten bei den Anschlägen auf die Satirezeitung Charlie Hebdo, auf eine Polizistin sowie auf einen jüdischen Supermarkt insgesamt 17 Menschen getötet. In Frankreich und anderen europäischen Ländern entfachten die Attentate eine Debatte über den Umgang mit radikalisierten Rückkehrern aus Ländern wie Syrien und Pakistan.