Eine deutliche Mehrheit der Israelis hat eine positive Einstellung zu Deutschland. Das geht aus einer Umfrage der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hervor. 68 Prozent der befragten Israelis sagten, sie hätten eine positive oder sehr positive Meinung von der Bundesrepublik. Nur 23 Prozent hätten ein schlechtes Deutschland-Bild.

Dabei hätten die aus Russland stammenden Israelis eine kritischere Haltung. Auch bei den orthodoxen und besonders den ultraorthodoxen Juden sei die Popularität der Bundesrepublik deutlich geringer als im Rest der Bevölkerung.

Zudem schätze die Mehrheit (57 Prozent) Deutschland als ehrlichen Makler im Nahostkonflikt ein. Entsprechend sei auch Kanzlerin Angela Merkel in Israel besonders populär. 70 Prozent der Befragten sagten laut Studie, sie hätten einen positiven Eindruck von der deutschen Regierungschefin.    

Auf die Frage, was ihnen bei Deutschland zuerst in den Sinn komme, hätten die Israelis an erster Stelle nach wie vor den Holocaust genannt. An zweiter Stelle würden die Nazis folgen, dann die deutsche Wirtschaft.   

Die Bundesrepublik und Israel feiern in den nächsten Monaten das 50-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen. Zu diesem Anlass hatte die Adenauer-Stiftung die Umfrage in Auftrag gegeben.

Gutes Deutschlandbild auch in Palästina

Auch die Bewohner der Palästinensergebiete Westjordanland und Gazastreifen wurden zu ihrem Deutschlandbild befragt. Dort sei die Bundesrepublik zwar auch beliebt, aber nicht ganz so populär wie in Israel: 49 Prozent der Befragten hätten Deutschland positiv einschätzen, 33 Prozent negativ. Eine knappe Mehrheit (47 Prozent) teilte die Einschätzung, dass Deutschland aufgrund seiner historischen Verantwortung ein positives Deutschlandbild pflege.   

Für die Studie der Adenauerstiftung hätten zwei Meinungsforschungsinstitute im Dezember in Israel mehr als 1.000 Erwachsene aller Bevölkerungsgruppen sowie 1.270 Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen befragt.