Das Pegida-Bündnis zieht die für Montag in Dresden angekündigte Kundgebung auf Sonntagnachmittag vor. Wie Stadtverwaltung bestätigte, haben die Organisatoren für Sonntag eine Kundgebung mit 25.000 Teilnehmern angemeldet.

Pegidabestätigte auf seiner Facebook-Site, dass die Demonstration am Theaterplatz nahe der Semperoper stattfinden soll. Das hatte zuvor schon die Pegida-kritische Initiative Nopegida geschrieben – unter Bezug auf eine ihr offenbar vorliegende E-Mail der Organisatoren an die Dresdner Behörde. Lokale Beobachter hatten dagegen vermutet, dass die Kundgebung erstmals auch auf der Neustädter Seite nahe der Staatskanzlei stattfinden könnte.

Grund der Verlegung dürfte ein Konzert sein, zu dem am Montag zahlreiche Künstler vor der Frauenkirche auftreten und damit gegen die Bewegung mobil machen. Bei einer von dem Verein "Dresden – Place to be!" initiierten Großkundgebung "Offen und bunt – Dresden für alle" singen unter anderem Herbert Grönemeyer, Jan-Josef Liefers, Silly, Keimzeit und Jeanette Biedermann. Die Künstler verzichten nach Angaben der Veranstalter auf Gage. Für die Deckung der Technik- und anderer Kosten sammelt der Verein Spenden.

Statt Reden von Politikern sind kurze Statements geplant. "Wir hoffen auf ein tausendfaches Bekenntnis für Weltoffenheit und Toleranz", sagte Mitinitiator Gerhard Ehninger.  

Pegida distanzierte sich von der Veranstaltung. "Probleme und Ängste in unserem Land kann man weder 'wegsingen', noch 'wegtanzen'!", kritisierte die Bewegung auf ihrer Facebook-Seite. "Wir erwarten sofortige HANDLUNGEN!!!"

Noch in der vergangenen Woche waren die Pegida-Demonstration und alle anderen Versammlungen unter freiem Himmel in der Stadt ausgefallen. Die Polizei befürchte nach Morddrohungen gegen Organisatoren, dass sich Gewalttäter unter die Demonstranten mischen. Inzwischen liegt keine derartige Warnung mehr vor. Der Pegida-Mitgründer Lutz Bachmann war wegen rassistischer Äußerungen diese Woche als Pegida-Vereinsvorstand zurückgetreten.