Bei dem Feuer auf dem Fährschiff Norman Atlantic sind mindestens zwei Menschen aus Deutschland ums Leben gekommen. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. Deshalb werden auch Fachleute der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) nach der Ursache des Unglücks mit mindestens 13 Toten vor gut einer Woche forschen.

Unter den Toten ist ein Mädchen aus Peine in Niedersachsen. Die 15-Jährige war mit ihrer Familie auf dem Schiff. Die Peiner Allgemeine Zeitung berichtete, die Mutter werde weiter vermisst. Über das zweite deutsche Opfer ist bisher nichts bekannt.

Immer neue Feuer auf der Adriafähre Norman Atlantic behindern unterdessen die Suche nach weiteren Vermissten und die Ermittlungen zur Brandursache. "Es wird noch Wochen dauern, bis man hinein kann. Und die Untersuchungen sind nicht einfach", sagte Feuerwehrkommandant Michele Angiuli, der mit seinen Einsatzkräften auch am Montag gegen die Brände auf dem Schiff im Hafen von Brindisi kämpfte. In dem Wrack ist es nach wie vor sehr heiß, starker Wind fachte die Flammen an.

Angiuli erklärte laut italienischen Medien, der Zugang zu einigen Teilen des Autodecks sei bereits möglich, weitere Opfer seien dort aber nicht entdeckt worden. "Jedes einzelne Fahrzeug muss durchsucht werden", sagte er. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden nach dem Feuer, bei dem Ende Dezember mindestens 13 Menschen ums Leben kamen, noch zehn bis 15 Menschen vermisst. Die Ermittler befürchten weitere Tote im Autodeck, wo das Feuer ausgebrochen war.

Die genaue Zahl der Vermissten ist wegen unstimmiger Passagierlisten und möglichen blinden Passagieren an Bord nach wie vor unklar. "Wir werden niemals wissen, wie viele blinde Passagiere an Bord waren und welches Ende sie gefunden haben", sagte Vize-Staatsanwalt Ettore Cardinali, der die Untersuchungen auf dem Schiff leitet. Auch am Montag sollten die Experten und Ermittler die Arbeiten fortsetzen.

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung muss in dem Fall nach Angaben ihres Direktors Volker Schellhammer tätig werden, da Deutsche ums Leben gekommen sind. Unter anderem sollen die deutschen Überlebenden des Feuers befragt werden, sagte Schellhammer einem Radiosender. Zudem werde die Behörde Italien anbieten, eigene Experten an Bord zu schicken.

Auf der Adriafähre war vor gut einer Woche auf der Reise von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien ein Feuer ausgebrochen. Unter den 13 Toten sind zwei Einsatzkräfte. Insgesamt 17 Deutsche wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes gerettet.