Eine Gruppe Rechtsextremer hat am Freitagabend vor einem Flüchtlingsheim in Dortmund ausländerfeindliche Parolen skandiert. Einige Demonstranten waren vermummt und trugen Fackeln. Es seien mindestens 20 Menschen gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Manche Zeugen hätten auch von 40 Teilnehmern gesprochen. 13 Angehörige der rechtsextremen Szene seien zwischenzeitlich festgenommen worden.

Ein Zeuge hatte die Polizei gegen 21 Uhr alarmiert. Die Rechtsextremisten hatten sich vor der Flüchtlingsunterkunft in Dortmund-Eving versammelt. Einige zündeten auch Feuerwerkskörper. Die Polizei rückte mit rund 200 Einsatzkräften aus. "Als wir an dem Heim ankamen, war keiner mehr da. Nur ein paar Fackeln lagen noch auf der Straße und dem Gehweg", sagte der Polizeisprecher.

Die Polizei habe zahlreiche Beweismittel eingesammelt: Fackeln, Mobiltelefone und Bekleidung der Festgenommenen. Gegen die Festgenommenen werde nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Polizeipräsident Gregor Lange sagte: "Wir tun alles, was uns möglich ist, um diese unerträglichen Provokationen und Einschüchterungen der Rechtsextremisten zu stoppen." Gerade aus ihren Heimatländern vor Not und Elend geflüchtete Menschen bedürften des besonderen Schutzes.

Hochburg der rechten Szene

Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremen in Nordrhein-Westfalen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte 2012 die Neonazi-Gruppe "Nationaler Widerstand Dortmund" und zwei ähnliche Gruppen aus dem nahe gelegenen Hamm und Aachen verboten. Sie seien fremdenfeindlich, rassistisch, antisemitisch und eine Gefahr für ein friedliches Zusammenleben, begründete er das Verbot.

Kurz darauf gründeten ehemalige Mitglieder den Landesverband der Partei Die Rechte. Inzwischen sitzt der Landesvorsitzende der Partei im Dortmunder Stadtrat.